Betrüger geben sich als Polizisten aus: 86-Jährige verliert Schmuck im Wert von 20.000 Euro

(Symbolbild)

Eine 86-jährige Frau aus Neunkirchen ist am Freitag, 31. Juli, Opfer eines perfiden Telefonbetrugs geworden. Falsche Polizeibeamte ergaunerten ihr Schmuck im Wert von etwa 20.000 Euro sowie mehrere hundert Euro Bargeld.

Die Betrüger riefen die Seniorin an und behaupteten, dass sich in ihrem Wohnumfeld Banden aufhielten, die gezielt ältere Menschen ausräuben würden. Sie kündigten an, einen echten Polizeibeamten vorbeischicken zu wollen, um ihren Schmuck zu überprüfen. Die 86-Jährige wurde misstrauisch und forderte die Dienstnummer des Anrufers an. Sie wollte die 110 anrufen, um die Aussagen zu überprüfen.

Doch hier setzten die Betrüger ihre Masche fort: Der Anrufer wies die Frau an, das Telefonat nicht zu beenden, während sie die 110 wählte. Dadurch kam kein echtes Gespräch mit der Polizei zustande – stattdessen blieb die Leitung zum Betrüger bestehen. Auf Nachfrage bestätigte der Anrufer seine erfundenen Angaben. Die 86-Jährige bemerkte den Trick nicht.

Wenig später klingelte ein unbekannter Mann an ihrer Haustür. Dieser ließ sich den Schmuck zeigen und fotografierte ihn. Danach forderte er die Seniorin auf, auch das Bargeld aus dem Haus zu zeigen – angeblich um die Seriennummern zu überprüfen. Der Mann behauptete dann, die Gegenstände im Polizeiauto bei besserer Beleuchtung erneut fotografieren zu wollen. Mit dieser Begründung verließ er die Wohnung mit dem gesamten Schmuck und dem Bargeld.

Erst als die 86-Jährige argwöhnisch wurde und nach dem angeblichen Polizeiauto Ausschau hielt, bemerkte sie, dass weder der Mann noch ein Fahrzeug vor ihrer Wohnanschrift vorhanden waren. Sie alarmierte daraufhin die echte Polizei.

Der unbekannte Täter wird als klein und kräftig gebaut beschrieben. Er habe dunkle Haare und war dunkel gekleidet. Der Mann sprach Deutsch nur eingeschränkt.

Die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis sucht Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen in den Bereichen Hauptstraße, Walzenrather Straße, Dahlerhofer Straße oder Raiffeisenstraße gemacht haben. Hinweise nimmt die Polizei unter 02241 541-3121 entgegen.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Betrugsmasche und rät, mit Familie und Bekannten über solche Tricks zu sprechen. Wichtigste Regeln zum Schutz: Machen Sie am Telefon niemals Angaben über verfügbare Geldbeträge oder Wertsachen. Beenden Sie Telefonate sofort, wenn Sie sich unsicher sind. Die echte Polizei nimmt Geld oder Schmuck niemals zur Verwahrung an. Geben Sie niemals Bargeld, Bankkarten oder Wertsachen an Unbekannte aus. Weitere Informationen zu Betrugsformen finden Sie unter https://praevention.polizei.nrw/.

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