In Waren und der umliegenden Region sind derzeit unseriöse Handwerker unterwegs, die mit Wucherpreisen und fragwürdigen Geschäftspraktiken bekannt sind. Eine Seniorin in Waren machte diese Erfahrung in dieser Woche, als sie eine Gruppe von Männern im Alter zwischen 19 und 49 Jahren mit der Reparatur eines Terrassendachs beauftragte.
Die Frau hatte ein Angebot in einem Anzeigenblatt entdeckt und zu Wochenbeginn die Firma kontaktiert. Noch am selben Tag erschienen Mitarbeiter bei ihr vor Ort. Doch statt einen verbindlichen Kostenvoranschlag zu erstellen, begannen sie sofort mit dem Abtragen der Dachplatten – dabei beschädigten sie auch Dachteile. Die Seniorin fühlte sich überrumpelt und verunsichert. Sie einigte sich mit den Arbeitern auf einen Gesamtpreis von etwa 6000 Euro.
Nach zwei Tagen Arbeit forderten die Männer plötzlich zusätzlich 4000 Euro, da sich der Preis pro Quadratmeter angeblich erhöht hatte. Glücklicherweise wurde eine Bankmitarbeiterin misstrauisch, als die Frau erneut eine hohe Summe abheben wollte, um die Weiterarbeit zu bezahlen. Die Mitarbeiterin verständigte die Polizei. Die Beamten trafen an der Adresse mehrere Arbeiter an, nahmen deren Personalien auf und teilten ihnen den Verdacht des Leistungsbetrugs mit. Die Frau konnte die nachgeforderten 4000 Euro behalten.
So schützen Sie sich vor unseriösen Handwerkern
Die Polizei weist darauf hin: Nicht jeder Handwerker, der zu einer real existierenden Firma gehört, tatsächliche Arbeiten verrichtet und Quittungen ausstellt, ist seriös und arbeitet zu fairen Preisen. In den meisten bekannten Fällen beginnen solche Arbeiter sofort mit den Arbeiten und beschädigen dabei – ob absichtlich oder aus Mangel an Fachkenntnis – das Material. Dadurch geraten Hausbesitzer unter Druck, die Arbeiten beenden zu lassen.
Folgende Maßnahmen helfen, sich zu schützen:
– Seien Sie misstrauisch bei Haustürgeschäften und spontanen Angeboten.
– Vergleichen Sie mehrere Anbieter, besonders bekannte Firmen vor Ort. Ein deutlich niedrigeres Erstangebot ist oft verdächtig.
– Lassen Sie sich nicht von offiziellen Fahrzeugbeschriftungen täuschen. Notieren Sie Firmennamen und Kennzeichen und teilen Sie diese der Polizei mit.
– Rufen Sie die Polizei unter 110 an, wenn Sie bedroht oder unter Druck gesetzt werden – besonders bei Zahlungsforderungen. Holen Sie, wenn möglich, Nachbarn als Zeugen hinzu.
– Fordern Sie vor Arbeitsbeginn eine Rechnung mit Firmenangabe, Steuernummer und Rechnungsnummer an und prüfen Sie, dass nur ausgeführte Leistungen aufgelistet sind. Sie müssen die Rechnung nicht sofort bezahlen. Drohungen mit Polizei oder Inkassobüro sind haltlos.
– Wenden Sie sich bei Fragen an eine Verbraucherzentrale.
– Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei gegen die Firma, wenn nötig.
Betrugsfälle im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: der Vergleich mit Land und Bund
Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zählte die Polizei 2025 1.181 Betrugsfälle, das sind 479 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unser Kreis besser als im Landesschnitt, wo 584 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 770.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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