Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt auf der aktuellen Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung ein gemischtes Bild: Etwa 60 bis 70 Prozent der Landesfläche sind von Rot geprägt, was auf schwere Dürre hindeutet. Der Süden und die Mitte des Landes sind deutlich stärker betroffen als der Westen. Schmale Streifen entlang des Rheins und vereinzelte Flecken im äußersten Norden zeigen Orange bis Hellgelb, was moderate bis ungewöhnliche Trockenheit anzeigt.

Süden und Mitte unter schwerer Dürre
Die roten Flächen dominieren im Schwarzwald, in der Neckarregion, auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu. Das Rheintal und einzelne Beckenlandschaften wie der Kraichgau zeigen etwas höhere Feuchtegehalte in Orange, bleiben aber deutlich unter normalen Werten. Im Norden Frankens und der Hohenlohe wechseln sich Rot- und Orange-Bereiche ab. Der äußerste Westen an der französischen Grenze deutet mit hellgelben Flecken auf leicht bessere Bedingungen hin.
Regen und Hitze im Gleichgewicht
In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 13,1 Millimeter Regen — deutlich mehr als in vielen anderen Regionen Deutschlands. Die Durchschnittstemperatur lag bei 18 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 27,6 Grad Celsius. Dennoch zeigt die Karte als 14-Tage-Mittel weiterhin schwere Dürre: Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge, und die anhaltend höhere Verdunstung bei sommerlichen Temperaturen führt zu einer Netto-Austrocknung in tieferen Bodenschichten.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserversorgung
Die schwere Dürre belastet Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Künstliche Bewässerung kann die Defizite nur regional ausgleichen und erhöht den Druck auf die Wasserversorgung. Der Grundwasserneubildung schaden die bisherigen Trockenperioden erheblich — trotz der jüngsten Niederschläge findet eine natürliche Auffüllung tieferer Speicher nur verzögert statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen Stresssymptome; die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.
Aussichten für Niederschlag – 7 Millimeter erwartet, Wechsel möglich
In den kommenden drei Tagen werden etwa 7 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperatur liegt bei 32,1 Grad Celsius. Ein Regen von dieser Menge hilft dem Oberboden, bedeutet aber für tiefere Schichten nur eine Verzögerung der anhaltenden Austrocknung — ausreichend zur Regeneration ist dies nicht.
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