Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Baden-Württemberg überwiegend von schwerer Dürre betroffen. Dunkelrote Flächen, die extreme Dürre anzeigen, prägen den Südwesten und die Mitte des Landes. Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe weist in diesen Regionen erhebliche Trockenheit auf.

Süden und Mitte am stärksten betroffen
Der Südwesten Baden-Württembergs — insbesondere das Gebiet um Karlsruhe bis ins Rheintal — zeigt durchgehend dunkelrote Färbung. Hier liegt extreme Dürre vor. Die Region um Heilbronn und das mittlere Neckartal sind ebenfalls dunkelrot markiert. Nach Osten hin nimmt die Intensität ab; der Osten des Landes und der Schwarzwald-Bereich zeigen überwiegend rote Färbung, was schwerer Dürre entspricht. Im äußersten Norden gibt es kleinere orange gefärbte Bereiche (moderate Dürre). Grüne oder blaue Felder, die auf feuchte oder normale Bedingungen hinweisen, sind auf der Karte nicht erkennbar.
Regen der vergangenen Woche verschärft die Lage nicht
In den vergangenen sieben Tagen fielen im Durchschnitt 22,6 Millimeter Regen. Diese Menge ist für eine Trockenphase von außergewöhnlicher Dauer nicht ausreichend. Der Oberboden mag sich kurzfristig etwas erholt haben, doch die Tiefenschichten bis 1,80 Meter reagieren träge auf kurzfristige Niederschläge. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 17 Grad Celsius, mit Spitzenwerten von 28,6 Grad. Diese Wärmewerte fördern zusätzliche Verdunstung und wirken der Feuchteaufnahme entgegen. Die anhaltende Trockenphase verschärft sich durch diesen Wärmeeintrag weiter.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
In Regionen mit extremer Dürre ist die Wasserversorgung von Nutzpflanzen kritisch eingeschränkt. Kulturen in der Kornfüllungsphase (Wachstumsstadium bei Getreidearten wie Weizen, Gerste oder Mais, in dem nach der Bestäubung die Körner wachsen und sich füllen; diese Phase bestimmt letztlich Korngröße und Ertrag) sind unter solchen Bedingungen erheblich beeinträchtigt. Auch für die Grundwasserneubildung ist der Mangel an eindringendem Wasser problematisch. Waldbestände leiden unter Wassermangel und werden anfälliger für Schädlinge und Brände.
Aussichten für Niederschlag – 10,4 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen werden 10,4 Millimeter Niederschlag erwartet. Diese geringe Menge wird nicht ausreichen, um die Situation wesentlich zu verändern. Die erwarteten Höchsttemperaturen liegen bei 24,5 Grad Celsius — Wärmewerte, die erneute Verdunstung fördern.
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