Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Baden-Württemberg überwiegend von schwerer Trockenheit betroffen. Etwa 75 Prozent der Landesfläche weisen rote Färbung auf. Dazu kommen dunkelrote Flecken im zentralen Bereich — extreme Trockenheit — sowie orange Zonen im Süden und vereinzelt im Norden. Nur schmale gelbe und grüne Bereiche entlang der westlichen Rheinebene deuten auf weniger trockene Verhältnisse hin.

Süden und Mitte am stärksten betroffen
Die dunkelroten Zonen konzentrieren sich auf die Region um Stuttgart und das Neckarbecken bis hinauf zur Bergstraße. Diese Gebiete zeigen extreme Trockenheit bis in 1,80 Meter Tiefe. Nach Norden hin dominiert schwere Trockenheit; die Main-Tauber-Region und Teile Frankens folgen diesem Muster. Im äußersten Süden, besonders in den höheren Lagen des Schwarzwaldes, tritt moderate Trockenheit auf. Die Oberrheinische Tiefebene und Randgebiete zum Rheinland zeigen teilweise ungewöhnliche Trockenheit oder normale Feuchteverhältnisse — hier ist die Lage am ehesten gelockert.
Regen der vergangenen Woche sichtbar, Tiefe reagiert langsam
In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 23,6 Millimeter Regen — ein für Oktober moderater Wert. Dieser Niederschlag lindert Oberflächenfeuchte und kurzfristig flache Bodenschichten. Allerdings zeigt die Karte den Boden bis 1,80 Meter Tiefe als Durchschnitt der vergangenen zwei Wochen. Tiefere Bodenschichten reagieren träge auf Niederschlag; die anhaltende Trockenheit der Sommermonate wirkt sich hier noch aus. Die gemessene Durchschnittstemperatur der vergangenen sieben Tage lag bei 9,4 Grad Celsius — herbstlich moderat und nicht förderlich für zusätzliche Wasseraufnahme.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserspeicher
Für die Landwirtschaft ist schwere bis extreme Trockenheit in dieser Tiefe bedeutsam: Wintergetreide benötigt in der Keimungs- und Auflaufphase ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Auch der Grundwasserspiegel profitiert langfristig von durchgehend feuchtem Boden — die tiefen Schichten sind für die Wasserspeicherung entscheidend. Forst- und Grünlandbetriebe müssen mit eingeschränktem Wasserzugang rechnen, solange die tieferen Poren nicht wieder aufgefüllt sind.
Aussichten für Niederschlag – kein nennenswerter Regen erwartet
In den kommenden drei Tagen werden nur etwa 1,1 Millimeter Regen erwartet. Diese geringe Menge trägt kaum zur Entspannung bei. Die Höchsttemperatur soll auf 18,1 Grad ansteigen, die Tiefsttemperatur fällt bis auf 2 Grad — ein typischer Herbsttag ohne nennenswerte Wasserzufuhr für den Boden.
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