Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Mecklenburg-Vorpommern ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt, dass etwa 40 Prozent der Landesfläche von moderater Dürre betroffen sind (orange Färbung). Weitere 25 Prozent weisen ungewöhnliche Trockenheit auf (hellgelb). Allerdings zeigen auch größere Teile des Nordwestens und Südens grüne bis grünlich-gelbe Bereiche, die auf normale bis leicht erhöhte Bodenfeuchte hindeuten.

Norden und Westen entspannter, Osten und Mitte trockener
Die Küstenregionen und Teile Vorpommerns zeigen überwiegend normale Feuchtegehalte in Grün- und hellen Gelbtönen. Der Nordwesten profitiert von besseren Bedingungen. Anders dagegen Teile der Mecklenburgischen Seenplatte und das östliche Binnenland: Hier dominiert orange Färbung, die auf moderate Dürre hindeutet. Einzelne rote Pixel deuten auf lokal schwere Trockenheit hin, bleiben aber Ausnahme.
Jüngste Niederschläge bremsen Austrocknung
In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 17,5 Millimeter Regen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,4 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 29,6 Grad Celsius. Diese Wasserzufuhr hat die Austrocknung gebremst und erklärt, warum größere Teile der Landesfläche nicht in tiefere Trockenheitsgrade abgerutscht sind. Der Boden bis 1,80 Meter reagiert träge auf Niederschläge — die Oberflächenfeuchte hat sich kurzfristig gebessert, tiefere Schichten bauen Wasserreserven aber nur langsam auf.
Folgen für Landwirtschaft und Waldbestände
Kulturen in der späten Wachstumsphase profitieren von den jüngsten Niederschlägen. Die moderate Dürre im Osten und in der Mitte stellt eine Belastung dar, ist aber nicht kritisch für etablierte Bestände. Forstflächen in den trockeren Bereichen zeigen vereinzelt Stresssymptome, bleiben aber insgesamt weniger gefährdet als in anderen Bundesländern. Die Grundwasserneubildung wird durch die bisherige Wasserzufuhr unterstützt, reicht aber für volle Auffüllung der Speicher bei den zu erwartenden Temperaturen nicht aus.
Aussichten für Niederschlag — 7,9 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen wird durchschnittlich 7,9 Millimeter Regen erwartet bei Höchsttemperaturen um 22,9 Grad Celsius. Diese Niederschlagsmenge trägt zur weiteren Stabilisierung der Bodenfeuchte bei, wird aber die Wasserspeicher nicht auffüllen. Die Kombination aus Regen und gemäßigteren Temperaturen hilft jedoch, die Trockenheitsgrade in den betroffenen Regionen nicht weiter verschärfen zu lassen.
Den aktuellen Wetterbericht für Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.
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