Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Mecklenburg-Vorpommern ein gemischtes Bild. Während der Norden und Nordwesten von gelben bis orange gefärbten Bereichen geprägt sind, die auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeuten, dominieren im Süden und in der Mitte rote und dunkelrote Flecken, die schwere bis extreme Dürre anzeigen. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt damit eine deutliche Zweiteilung des Landes.

Norden und Nordwesten deutlich besser versorgt
An der Küste und im Nordwesten des Landes zeigen sich vorwiegend hellgelbe bis orange Färbungen. Diese Gebiete sind mit ungewöhnlicher bis moderater Trockenheit konfrontiert — ein Zustand, der statistisch etwa alle 5 bis 10 Jahre auftritt. Im Gegensatz dazu prägen dunkelrote Bereiche südlich von Schwerin, in der Mecklenburgischen Seenplatte und östlich davon das Bild extremer Dürre. Diese Regionen leiden unter einem Wassermangel, der in dieser Intensität etwa alle 30 Jahre zu erwarten ist. Der Übergangsbereich zwischen Nord und Süd ist von roten Pixeln durchsetzt, was auf schwere Dürre hindeutet.
Jüngste Niederschläge bremsen Austrocknung
In der vergangenen Woche fielen im Landesdurchschnitt 16,6 Millimeter Regen — eine Menge, die den Oberboden kurzfristig befeuchtet hat. Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe reagiert jedoch träge auf solche Niederschläge und zeigt daher weiterhin die Spuren längerfristiger Trockenheit. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 23,9 Grad Celsius. Diese gemäßigten Temperaturen verringern die Verdunstung und wirken sich damit günstig auf die Wasserbilanz aus. Der südliche Landesteil wird von dieser Erholung weniger profitieren als der bevölkerungsreichere Norden.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserversorgung
Für Kulturen in den südlichen Regionen, die noch in fortgeschrittenen Wachstumsphasen stehen, stellt die extreme Dürre eine erhebliche Belastung dar. Künstliche Bewässerung kann die Defizite nur lokal ausgleichen. Die Grundwasserneubildung wird durch die anhaltende Trockenheit in diesen Landesteilen deutlich gehemmt — eine natürliche Auffüllung der Grundwasserspeicher findet derzeit nicht statt. Forstbestände in den betroffenen südlichen Lagen zeigen bereits Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. Der Norden ist durch die bisherigen Niederschläge deutlich entlastet.
Aussichten für Niederschlag — geringe Mengen erwartet
In den kommenden drei Tagen werden 3,8 Millimeter Niederschlag erwartet. Diese Menge ist für eine wesentliche Verbesserung der Bodenfeuchte in tieferen Schichten unzureichend. Die erwartete Höchsttemperatur von 18,4 Grad Celsius bleibt moderat, was die Verdunstung begrenzt. Eine echte Entspannung der Dürresituation im Süden zeichnet sich nicht ab.
Den aktuellen Wetterbericht für Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier.
Mehr zum Wetter und den Folgen:
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
