Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter ist in weiten Teilen Sachsen-Anhalts von moderater bis schwerer Trockenheit betroffen. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 65 bis 70 Prozent unserer Landesfläche orange oder rot gefärbt sind. Der Norden und Nordwesten weisen hellgelbe bis hellgelbe Bereiche auf, die auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeuten. Nur vereinzelte kleine Flächen im äußersten Nordosten zeigen leicht bessere Bedingungen.

Süden und Mitte unter schwerer Dürre
Rot dominiert in der südlichen und mittleren Region — besonders zwischen Halle, Merseburg und in Richtung Sachsen sind die betroffenen Gebiete deutlich sichtbar. Dunkelrote Flecken, die extreme Dürre anzeigen, treten vor allem südlich von Leipzig und im östlichen Raum auf, bleiben aber räumlich begrenzt. Der Westen und die nördlichen Bereiche zeigen überwiegend orange bis hellgelbe Färbungen, was auf moderate bis ungewöhnliche Trockenheit hindeutet. In diesen Regionen ist die Situation weniger kritisch, die Bodenfeuchte aber immer noch unter dem Durchschnitt.
Schwacher Regen bei ansteigenden Temperaturen
In der vergangenen Woche fiel im Durchschnitt 10,7 Millimeter Regen — eine Menge, die die bestehende Trockenheit nur teilweise ausgleicht. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,6 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 25,4 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge; die Tiefe von 1,80 Meter wird durch einzelne Regenfälle nicht schnell aufgefüllt. Die Kombination aus moderater Trockenheit in der Fläche und den wärmeren Temperaturen verstärkt die Verdunstung und damit den Wassermangel in tieferen Schichten.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Für die Landwirtschaft stellt die schwere Trockenheit in den südlichen und mittleren Landesteilen eine Belastung dar. Kulturen in der späten Wachstumsphase sind auf verfügbares Bodenwasser angewiesen; künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die bislang geringen Niederschläge erheblich. Unter den aktuellen Bedingungen findet eine natürliche Auffüllung der Grundwasserspeicher nur in begrenztem Umfang statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen erste Stresssymptome; die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.
Aussichten für Niederschlag – 3,4 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen werden 3,4 Millimeter Niederschlag erwartet. Diese Menge reicht nicht aus, um die Bodenfeuchte in tieferen Schichten spürbar zu verbessern. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 29,2 Grad Celsius — die Verdunstung wird damit gleichzeitig ansteigen. Ohne deutlich intensivere Niederschläge wird sich die Trockenheit in der südlichen und mittleren Region weiter verfestigen.
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