Die aktuelle UFZ-Duerrekarte vom 23. Juli 2026 zeigt für Sachsen-Anhalt ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Der Norden und Westen des Bundeslandes weisen überwiegend hellgelbe Färbung auf und entsprechen damit der Klasse „ungewöhnlich trocken“. Der zentrale und südliche Bereich wird von oranger Färbung geprägt, die der Klasse „moderate Dürre“ entspricht. Im Südosten treten flächig rote und dunkelrote Zonen auf, die schwere bis extreme Trockenheit anzeigen. Das UFZ-Duerremonitoring wird wöchentlich aktualisiert und zeigt ein 14-Tages-Gleitendes Mittel, das die Bodenfeuchte träge reagiert.

Südosten mit deutlicher Trockenheit belastet
Der Südosten Sachsen-Anhalts zeigt die stärkste Ausprägung von Trockenheit. Hier dominieren rote Areale, die auf schwere Dürre hindeuten, mit vereinzelten dunkelroten Flecken, die extreme Dürre (Eintrittsfrequenz: alle 30 Jahre) repräsentieren. Diese Bereiche konzentrieren sich besonders im südlichen und östlichen Teil des Harzes sowie in den angrenzenden Regionen. Der Norden des Bundeslandes wird dagegen von hellgelben Flächen geprägt, die auf eine mildere, ungewöhnlich trockene Situation verweisen. Der Westen zeigt ein gemischtes Bild zwischen hellgelben und orangefarbenen Zonen.
Schwache Niederschläge verschärfen die Lage nicht weiter
In den letzten sieben Tagen fiel im Durchschnitt 6,2 Millimeter Niederschlag in Sachsen-Anhalt. Dies ist eine geringe Menge, die bei einem 14-Tages-Mittel des Gesamtbodens nur begrenzte Auswirkungen hat: Der tiefere Bodenhorizont reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge. Die Durchschnittstemperatur der letzten Woche lag bei 18,3 Grad Celsius, mit Höchstwerten von 29,7 Grad. Für die nächsten drei Tage werden weitere 6,1 Millimeter Niederschlag erwartet bei Höchstwerten um 28,3 Grad Celsius. Damit bleibt die Niederschlagsbilanz angespannt, eine merkliche Entspannung der Bodenfeuchte in tieferen Schichten ist nicht in Sicht.
Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserwirtschaft
Die moderate bis schwere Trockenheit in großen Teilen Sachsen-Anhalts betrifft sowohl Landwirtschaft als auch Waldbestände und Grundwassernachschub. In Regionen mit oranger und roter Klassifizierung ist mit reduzierter Bodenwasserverfügbarkeit für Pflanzen zu rechnen. Besonders der südöstliche Bereich mit roten Zonen erfordert Aufmerksamkeit: Hier werden Bewässerungsmaßnahmen in der Landwirtschaft zunehmend notwendig, und die Grundwasserbildung verlangsamt sich. Der Norden und Westen mit hellgelber Färbung weisen hingegen nur milde Trockenheit auf und ermöglichen noch ausreichende Wasserspeicherung im Boden.
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