Bodenfeuchte Schleswig-Holstein: 7,9 Millimeter Regen in 7 Tagen — Norden erholt sich

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Schleswig-Holstein ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung dokumentiert ein differenziertes Muster: Während der Westen und Norden durch hellgelbe und gelbliche Färbungen von ungewöhnlicher bis moderater Trockenheit geprägt sind, dominieren im Osten und in der Mitte orange bis rote Bereiche. Etwa 35 Prozent der Landesfläche zeigen moderate bis schwere Dürre, etwa 45 Prozent sind ungewöhnlich trocken, etwa 20 Prozent weisen normal feuchte oder feuchte Verhältnisse auf.

Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Westen und Norden moderater, Osten und Mitte deutlich trockener

An der Nordseeküste und im westlichen Landesteil überwiegen hellgelbe Pixel, die auf ungewöhnliche Trockenheit hindeuten — hier reagieren die Böden noch vergleichsweise ausgeglichen. Einzelne gelbliche Areale deuten auf moderate Dürre hin. Das Zentrum und der Osten Schleswig-Holsteins sind stärker betroffen: Hier wechseln sich orange und rote Färbungen ab, was moderate bis schwere Dürre anzeigt. Die Lübecker Bucht und das östliche Hügelland sind am deutlichsten von der Trockenheit erfasst. Nur unmittelbar an der Elbe und in kleineren Parzellen zeigen sich grünliche Töne, die auf bessere Feuchte hinweisen.

7,9 Millimeter Regen in 7 Tagen — Oberboden erholt sich, Tiefe bleibt träge

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 7,9 Millimeter Niederschlag — deutlich mehr als in vielen anderen Bundesländern, aber immer noch moderat. Die Durchschnittstemperatur lag bei 15,8 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 23,7 Grad Celsius. Der Oberboden hat sich durch die regelmäßigen Niederschläge teilweise regeneriert, die tieferen Schichten bis 1,80 Meter reagieren jedoch träge und halten an vorherigen Defiziten fest. Die moderate Temperaturlage begrenzt die Verdunstung, wirkt sich aber nicht kompensierend auf die tieferen Schichten aus, wo Wasser Zeit zum Eindringen braucht.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserversorgung

Die ungewöhnliche bis moderate Trockenheit im Westen und Norden gefährdet Kulturen in empfindlichen Wachstumsphasen nicht unmittelbar, führt aber zu spürbarem Wassermangel. Im Osten und in der Mitte, wo schwere Dürre herrscht, ist die Situation deutlicher verschärft: Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsstadien benötigen Bodenwasser, das knapp ist. Die Grundwasserneubildung verläuft verzögert — ohne zusätzliche Niederschläge in den kommenden Wochen wird der Speicher nicht ausreichend aufgefüllt. Forstbestände in den trockenen Gebieten zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.

Aussichten für Niederschlag — 17,5 Millimeter erwartet

In den kommenden drei Tagen werden 17,5 Millimeter Niederschlag erwartet, bei erwarteten Höchsttemperaturen von 25,4 Grad Celsius. Diese Regenmenge kann den trockenen Regionen im Osten und Zentrum Schleswig-Holsteins bedeutsame Erleichterung bringen, besonders wenn sie konzentriert fällt. Die tieferen Bodenschichten werden jedoch weiterhin nur träge auf diese Zufuhr reagieren — eine vollständige Entspannung der Lage ist damit nicht zu erwarten.

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