Bodenfeuchte Schleswig-Holstein: 37,6 Millimeter Regen in 7 Tagen — Norden entlastet

[Trockenheit geht zu ende]

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Schleswig-Holstein ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass der Westen und Norden überwiegend grün und hellgelb gefärbt sind — normale bis ungewöhnlich trockene Verhältnisse. Der Osten und Südosten des Landes weisen dagegen orange bis rote Färbungen auf, was auf moderate bis schwere Dürre hindeutet. Etwa 35 Prozent der Landesfläche ist von moderater bis schwerer Dürre betroffen, während rund 65 Prozent normale oder nur leicht erhöhte Trockenheit aufweisen.

Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Osten und Südosten stärker betroffen

Die moderaten bis schweren Trockenheitserscheinungen konzentrieren sich auf die Regionen östlich der Elbe und im Südosten des Landes — hier dominieren orange und rote Pixel. Die Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Teile von Segeberg zeigen die deutlichsten Trockenheitszeichen. Der Westen hingegen, insbesondere die Marschen und die Region um Husum, bleibt grün gefärbt und signalisiert ausreichende Bodenfeuchte. Die Inselregionen im Westen weisen stellenweise hellgelbe Bereiche auf, bleiben aber im normalen Bereich.

Regen der vergangenen Woche mildert Oberboden

In der vergangenen Woche fiel im Durchschnitt 37,6 Millimeter Niederschlag — deutlich mehr als in den meisten Bundesländern. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,5 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 23,2 Grad Celsius. Diese Niederschlagsmengen haben den Oberboden befeuchtet. Der Boden reagiert jedoch träge auf kurzfristige Wasserzufuhr — in 1,80 Meter Tiefe wirken sich die Regenfälle erst zeitverzögert aus. Der östliche Landesteil, der die stärkere Trockenheit in der Tiefe zeigt, deutet auf eine längere Trockenphase in den Wochen zuvor hin.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen sind in den betroffenen Regionen des Ostens auf ausreichend Bodenwasser angewiesen. Die moderate bis schwere Dürre kann Erträge beeinträchtigen, künstliche Bewässerung hilft aber in diesen Regionen nur begrenzt weiter. Die Grundwasserneubildung profitiert von den Niederschlägen der vergangenen Woche — in den weniger betroffenen westlichen Regionen trägt dies zur Entspannung bei. Der Wald in den östlichen Regionen könnte erste Stresssymptome zeigen, die Waldbrandgefahr bleibt dort erhöht.

Aussichten für Niederschlag – 27,2 Millimeter erwartet

In den kommenden drei Tagen werden für Schleswig-Holstein durchschnittlich 27,2 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperaturen liegen bei etwa 18,8 Grad Celsius. Dieser Niederschlag wird den Boden weiter befeuchten und die Situation in den östlichen Regionen teilweise entlasten. Die Tiefenwirkung setzt jedoch zeitverzögert ein.

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