Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe zeigt in Schleswig-Holstein ein uneinheitliches Bild. Die westlichen und nördlichen Landesteile sind überwiegend gelb bis hellgelb gefärbt, was ungewöhnliche bis moderate Trockenheit anzeigt. Der Osten und Südosten, insbesondere um die Lauenburgische Seen und die Holsteinische Schweiz, weisen orangefarbene bis hellrote Bereiche auf. Rund 30 bis 40 Prozent der Landesfläche sind von moderater oder schwerer Trockenheit betroffen, während der Nordwesten und die Westküste günstiger konditioniert sind.

Westen feuchter als der Osten
An der Nordsee und in den Marschen dominieren helles Gelb und vereinzelte grüne Flecken — dort ist die Bodenfeuchte am besten. Die Geest zwischen Kiel und Bad Segeberg zeigt dagegen durchgehend moderate Trockenheit in Orange. Im Südosten, zwischen Ratzeburg und Lübeck, erscheinen erste rote Pixel, die auf schwere Trockenheit deuten. Diese regionalen Unterschiede folgen dem Niederschlagsmuster der vergangenen Wochen: Der Norden hat feuchter abgeschnitten als der östliche Landesteil.
Ausreichend Regen in der Vorwoche, Temperatur moderat
In den vergangenen sieben Tagen fiel durchschnittlich 11,9 Millimeter Niederschlag — für Schleswig-Holstein ein respektabler Wert. Die Durchschnittstemperatur der Vorwoche lag bei 15,1 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 23,5 Grad. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge, insbesondere in tieferen Schichten. Die moderate Temperatur hat die Verdunstung gebremst, was den gemischten Befund der Karte erklärt: Der Nordwesten profitiert von besserer Wasserversorgung, während der Südosten nicht aufgeholt hat.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt
Für Kulturen in der Erntephase ist die Situation unterschiedlich kritisch. Im Westen und Nordwesten ist die Wasserverfügbarkeit ausreichend. Im östlichen Landesteil und um die Lauenburgische Seen können Getreide und Mais unter Trockenstress leiden. Die Grundwasserneubildung profitiert von den bisherigen Niederschlägen, wird aber durch die patchige Verteilung gebremst. In den orangen bis roten Bereichen ist eine natürliche Auffüllung der Speicher verlangsamt.
Aussichten für Niederschlag — 14,8 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen werden 14,8 Millimeter Niederschlag prognostiziert. Die Höchsttemperaturen bleiben mit 18 Grad gemäßigt. Diese Wasserzufuhr sollte den Boden in tieferen Schichten spürbar entlasten und die östlichen Trockengebiete etwas ausgleichen. Eine grundsätzliche Verbesserung der Bodenfeuchte ist damit absehbar.
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