Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe zeigt in Schleswig-Holstein ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung dokumentiert überwiegend normale bis leicht erhöht trockene Verhältnisse im Westen und Nordwesten des Landes. Der Osten und insbesondere das südöstliche Landesgebiet zeigen dagegen moderate bis schwere Dürre: Orange- und rötliche Färbungen deuten hier auf Trockenheit hin. Etwa 30 Prozent der Landesfläche sind von moderater oder schwerer Dürre betroffen.

Westen und Norden von Feuchtigkeit geprägt
Die westlichen und nördlichen Regionen profitieren von ausreichend Bodenfeuchte. Hellgelbe und vereinzelt grüne bis blaue Bereiche entlang der Nordseeküste und im Westen zeigen ungewöhnlich trockene bis normale Verhältnisse. Die Regionen um Husum, Tönning und Flensburg sind weitgehend entlastet. Auch große Teile Nordfrieslands liegen im Bereich normaler Feuchte.
Südosten unter moderater bis schwerer Dürre
Im Südosten — insbesondere in den Landkreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und südlichen Bereichen Ostholsteins — dominieren orange und rötliche Färbungen. Hier liegt moderate bis schwere Dürre vor, was auf deutlich reduzierte Bodenfeuchte in dieser Tiefe hindeutet. Diese Trockenheit kann bereits Auswirkungen auf Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen haben.
Niederschlag der vergangenen sieben Tage belegt regionale Unterschiede
Im Durchschnitt fiel in Schleswig-Holstein 28,3 Millimeter Regen in den vergangenen sieben Tagen — eine beachtliche Menge. Diese Niederschläge haben sich jedoch regional unterschiedlich verteilt. Der Norden und Westen profitierten stärker, der Südosten erhielt weniger Wasser. Die durchschnittliche Temperatur der vergangenen sieben Tage betrug 15,2 Grad Celsius, die Höchsttemperatur 23,8 Grad Celsius. Da der Boden bis 1,80 Meter Tiefe träge auf kurzfristige Niederschläge reagiert, wirkt sich die regional ungleichmäßige Wasserzufuhr erst verzögert auf tiefere Schichten aus.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt
Für die betroffenen Regionen im Südosten stellt die schwere Dürre eine Herausforderung dar. Feldkulturen in der späten Wachstumsphase benötigen verfügbares Bodenwasser; künstliche Bewässerung kann regionale Engpässe nur ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden längere Trockenperioden. In den übrigen Teilen des Landes bleiben die Bedingungen ausreichend für die Landwirtschaft. Forstbestände im Südosten sollten beobachtet werden, die Waldbrandgefahr bleibt moderat.
Aussichten für Niederschlag – 12,1 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen werden 12,1 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperaturen liegen bei 17,9 Grad Celsius, die Tiefsttemperaturen bei 7 Grad Celsius. Diese Niederschläge sollten die regionalen Unterschiede in der Bodenfeuchte schrittweise ausgleichen; die Tiefenschichten werden jedoch erst mit Verzögerung profitieren.
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