Die US-Börsen sind nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve (Fed) deutlich unter Druck geraten. Obwohl die Leitzinsen zunächst unverändert bleiben, folgte auf eine kurze Erholungsphase ein kräftiger Kursabsturz.
Der Dow Jones schloss bei 51.594 Punkten mit einem Minus von 2,2 Prozent. Der Nasdaq-100 verlor 2,1 Prozent und landete bei 27.192 Punkten, während der breit gefasste S&P 500 mit 1,5 Prozent Verlust auf 7.316 Punkte nachgab.
Der Grund für die Börsen-Pessimismus liegt in der Entwicklung der US-Anleihenrenditen. Diese kletterten nach dem Fed-Entscheid auf ihren höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Anleger fürchten damit, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte und die Notenbank weniger Spielraum für Zinssenkungen hat. Darüber hinaus deuten mehrere Signale in der Fed-Erklärung sogar auf eine mögliche Zinserhöhung hin: Die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, war nicht mehr einstimmig, und bestimmte Formulierungen wurden verändert, was auf eine Zinsänderung nach der nächsten Fed-Sitzung hindeuten könnte.
Thomas Gitzel von der VP Bank kommentierte: „Die Bereitschaft die geldpolitischen Zügel zu straffen nimmt zu.“ Ob es tatsächlich zu einer weiteren Zinserhöhung komme, hänge jedoch von den kommenden Inflationsdaten ab. Gitzel weist zudem darauf hin, dass „die Kommunikation der Fed bleibt unter Kevin Warsh schmallippig“ und die Interpretation dieser Daten daher an Bedeutung gewinnt.
Zusätzliche Belastung kommt von der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 90,74 US-Dollar – das waren 7,9 Prozent mehr als am Vortag.
Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro stärker: Ein Euro kostete 1,1452 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8732 Euro zu haben.
Gold konnte von der Gesamtlage profitieren. Am Abend wurden für eine Feinunze 4.050 US-Dollar gezahlt, was einem Plus von 0,6 Prozent entsprach. Das entspricht einem Preis von 113,70 Euro pro Gramm.
Autor: dts Nachrichtenagentur