Bundesregierung schweigt zu möglicher Betroffenheit von Bundeskanzler bei Signal-Hack

via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesregierung hält sich bedeckt zu Fragen über den Signal-Hack und eine mögliche Betroffenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte am Freitag gegenüber der dts Nachrichtenagentur, man könne „über die Art und Weise, wie wir in der Bundesregierung kommunizieren, keine Auskunft geben“.

Diese Zurückhaltung gelte grundsätzlich, aber insbesondere auch in Bezug auf die Kommunikationsmittel und die entsprechenden Telekommunikationswege. Hille versicherte jedoch: „Aber seien Sie sich sicher, dass die Kommunikation der Bundesregierung, des Bundeskanzlers, der Bundesminister auf sicheren Kanälen läuft.“

Auf die Frage nach der Sorge der Bundesregierung angesichts der Berichte über gehackte Handys erklärte Hille, es gebe „natürlich grundsätzlich digital im Cyberraum eine ganze Reihe von Gefahren“, vor denen man sich hüten müsse. „Jeder ist aufgerufen, in seiner persönlichen Kommunikation größte Sensibilität walten zu lassen und eben nicht Dinge zu klicken oder aufzunehmen in Verteiler, die nicht sicher sind.“

Nach Medienberichten hat eine bereits seit Monaten laufende Phishing-Angriffswelle mittlerweile verschiedene SPD-Abgeordnete und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) getroffen. Klöckner soll demnach auch in einer Signal-Gruppe sein, bei der wiederum der Kanzler einer der weiteren Teilnehmer ist. Mögliche Angreifer konnten womöglich Chats mit dem Kanzler mitlesen oder ihn auch direkt attackieren.

Nach aktuellen Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) führt „ein wahrscheinlich staatlich gesteuerter Cyberakteur“ Phishing-Angriffe über Messengerdienste, insbesondere über Signal durch. Im Fokus stehen demnach „hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland“.

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