CSD-Attentäter täuschte Polizei systematisch über seine Absichten

via dts Nachrichtenagentur

Der mutmaßliche Attentäter vom Berliner Christopher Street Day (CSD), der Islamist Abdul Ballout, hat die Sicherheitsbehörden in den Wochen vor dem Anschlag am 25. Juli gezielt über seine wahren Absichten getäuscht. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf eine Chronologie des Bundesinnenministeriums.

Ballout versicherte der Berliner Polizei in sogenannten Kontaktgesprächen, dass er seine radikalen Ansichten abgeschworen habe und ein gesetzeskonformes Leben führen wolle. Nach seiner Verurteilung wegen eines gescheiterten Ausreiseversuchs zur Terrormiliz Islamischer Staat und seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft sagte der Islamist den Beamten am 12. Mai, jetzt sei alles komplett neu. Er wolle sich künftig an Recht und Gesetz halten, erklärte er weiter. Besonders auffällig: Ballout versprach sogar, die öffentlichen Verkehrsmittel niemals ohne gültigen Fahrschein zu nutzen. Zusätzlich sagte er zu, eine Therapie zu absolvieren.

Doch das Berliner Landeskriminalamt, das Ballouts Telefonate abhörte, bekam Zweifel an seiner Aufrichtigkeit. Der Islamist sprach zwar nicht direkt über einen Anschlag. Allerdings zeigte er laut der Behördenchronologie ein teilweise konspirativ geprägtes Kommunikationsverhalten. Wenn Unterhaltungen in möglicherweise radikal einzustufende Inhalte abzugleiten drohten, unterbrach Ballout die Gespräche. Das Berliner LKA kam zum Ergebnis, dass Ballout offenbar damit rechnete, dass seine Kommunikation überwacht werden könnte.

In einem weiteren Kontaktgespräch am 16. Juli informierte Ballout die Beamten wahrheitsgemäß darüber, dass er zwei Termine bei einem Projekt zur Deradikalisierung absolviert habe. Neun Tage später, am 25. Juli, fuhr er am Rande des Berliner CSD mit einem gemieteten Van in eine Menschenmenge im Tiergarten. Danach ging er mit einer Machete auf Festbesucher los. Eine Frau starb, viele weitere Personen wurden teils schwer verletzt.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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