Die Woche vom 13.07. bis 19.07.2026 hielt die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit mehreren schweren Gewaltdelikten in Atem. Im Mittelpunkt standen ein versuchtes Tötungsdelikt in Dortmund, Messerangriffe in Flüchtlingsunterkünften im Ruhrgebiet sowie Explosionen an einer Polizeiwache im Rheinisch-Bergischen Kreis.
Nach dem versuchten Tötungsdelikt in der Nacht zu Mittwoch in Dortmund-Lindenhorst hat ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dortmund drei Untersuchungshaftbefehle erlassen. Das teilten die Staatsanwaltschaft Dortmund und die Polizei Dortmund mit. Die drei Tatverdächtigen sollen dringend verdächtig sein, einen versuchten Totschlag begangen zu haben – in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Nähere Details zum Tathergang teilten die Behörden nicht mit. Mehr dazu
Nach den Explosionen nahe der Polizeiwache in Overath-Untereschbach im Rheinisch-Bergischen Kreis hat die Polizei Köln einen 45-Jährigen festgenommen. Die Beamten trafen den Mann in der Nacht zu Freitag, 17. Juli, gegen 1.30 Uhr in unmittelbarer Nähe der Polizeiwache an. Bei der Festnahme stellten die Polizisten fest, dass der Tatverdächtige einen Rucksack mit sich trug, in dem sich eine Glasflasche mit möglichem Sprengsatz befand. Die Flasche wurde sichergestellt. Die Sprengstoffexplosionen in der Nähe der Polizeiwache waren bereits mehrfach Gegenstand von Polizeimitteilungen gewesen. Staatsanwaltschaft und Polizei Köln ermitteln nun insbesondere zum Tatmotiv des 45-Jährigen. Die Untersuchungen dauern an. Mehr dazu
Nach einem Messerangriff in einer Wittener Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei Bochum einen 19-jährigen Syrer festgenommen. Der junge Mann steht im dringenden Tatverdacht, seinen 39-jährigen irakischen Mitbewohner am Freitagmorgen, 17. Juli, nach einem längeren Streit mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach der Tat war der Tatverdächtige zunächst geflüchtet. Am Samstagmorgen, 18. Juli, nahmen die Beamten den 19-Jährigen an der Brauckstraße fest – er war kurz zuvor in seine Unterkunft zurückgekehrt. Ein Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an. Der 39-jährige Geschädigte hat eine Operation überstanden und ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Die Ermittlungen der Mordkommission unter Leitung von Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann sind noch nicht abgeschlossen. Mehr dazu
In Alsdorf beschäftigte ein Polizeieinsatz mit Spezialeinheiten am Donnerstagabend die Jülicher Straße. Gegen 21:30 Uhr meldete sich eine Familienangehörige bei der Polizei Aachen: Ein 19-jähriger Mann befand sich alleine in einer Wohnung und hatte sie zuvor mit einer Schusswaffe bedroht. Die Polizei rückte mit Spezialeinsatzkräften an – sowohl das SEK als auch eine Verhandlungsgruppe der Polizei NRW wurden hinzugezogen. Nach Kontaktaufnahme durch Verhandler verließ der Mann die Wohnung freiwillig und ließ sich widerstandslos festnehmen. Ermittlungen ergaben, dass es sich bei der Waffe um eine erlaubnisfreie Schreckschusspistole handelt. Der 19-Jährige befand sich in einer psychischen Ausnahmesituation und wurde unverletzt in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Mehr dazu
Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Bottrop stellte die Kriminalpolizei Recklinghausen am Donnerstag erhebliche Mengen Betäubungsmittel sicher: Beamte fanden in einer Wohnung an der Fichtestraße etwa sieben Kilogramm Marihuana, rund 700 Gramm Amphetamin sowie eine höhere Summe Bargeld. Ein 30-jähriger Bottroper wurde vorläufig festgenommen; die Ermittlungen dauern an. Mehr dazu
Auf der A1 bei Unna-Massen kam es am Dienstagmorgen zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Lkw. Ein 23-jähriger Autofahrer aus Unna wurde dabei lebensgefährlich verletzt und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Der 20-jährige Beifahrer wurde schwer verletzt und musste ebenfalls stationär behandelt werden. Der 51-jährige Fahrer der Sattelzugmaschine blieb unverletzt. Mehr dazu
In Duisburg-Hochfeld stellte eine Polizeistreife in der Nacht zu Freitag an der Wanheimerstraße einen 42-Jährigen, der an einer Bushaltestelle randaliert und gegen die Glasscheibe eines Wartehäuschens geschlagen hatte. Als die Beamten den Mann kontrollierten, rannte er davon; sie holten ihn ein. Bei der anschließenden Durchsuchung nach Ausweisdokumenten schlug der 42-Jährige um sich und beleidigte die Polizisten mehrfach. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ordnete eine Blutprobe an; gegen den Mann wird nun strafrechtlich ermittelt. Mehr dazu
In Bielefeld beraubte ein Mann am Dienstag, 15. Juli, gegen 15:20 Uhr einen Discount-Markt in der Lange Straße. Der Tatverdächtige steckte eine unbekannte Menge Energydrinks in seinen Rucksack, schubste eine Mitarbeiterin, die ihn ansprach, und bedrohte sie mehrfach, nachdem er kurz geflüchtet und zurückgekehrt war. Anschließend flüchtete er mit einem schwarzen Fahrrad in Richtung Innenstadt. Die Polizei sucht Zeugen. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Am Freitagmorgen, 17. Juli, griff ein 19-jähriger Syrer in einer Flüchtlingsunterkunft in Witten seinen 39-jährigen irakischen Mitbewohner mit einem Messer an und verletzte ihn lebensgefährlich. Die Mordkommission unter Leitung von Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann führt die Ermittlungen weiter; der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Mehr dazu — Eine Erstmeldung zur selben Tat mit Fahndungsaufruf, als das Opfer noch auf der Intensivstation lag, war zuvor unter anderem Titel veröffentlicht worden. Mehr dazu — Ein maskierter Mann überfiel am Freitagabend, 18. Juli, gegen 21:30 Uhr eine Tankstelle in Beelen an der Warendorfer Straße und bedrohte die Angestellte mit einer Schusswaffe. Der Täter erbeutete Bargeld aus der Kasse und flüchtete zu Fuß in nordwestlicher Richtung. Die Polizei Warendorf sucht Zeugen und beschreibt den Gesuchten als schlanken Mann von etwa 165 bis 175 Zentimeter Größe, bekleidet mit schwarzer Hose, schwarzem Kapuzenpullover mit großem Printlogo auf dem Rücken und weißen Turnschuhen. Mehr dazu
Auffällig ist diese Woche die Häufung von Vorfällen, bei denen mutmaßliche Täter Messer oder Schusswaffen einsetzten, um Personen zu bedrohen oder zu verletzen – darunter ein nahezu tödlicher Messerangriff, ein bewaffneter Raubüberfall und eine Bedrohung mit einer Schreckschusspistole. Daneben demonstrierte die groß angelegte Razzia der Ermittlungskommission Awari am Mittwoch, 15. Juli, wie international verzweigt das Drogengeschäft aufgestellt ist: Staatsanwaltschaft Krefeld und Polizei Mönchengladbach hoben gemeinsam mit Europol und polnischen Ermittlern ein Netzwerk aus, das in angemieteten Hallenkomplexen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden illegale Amphetaminlabore betrieben haben soll. Bei den Durchsuchungen wurden mehrere Schusswaffen einschließlich einer Maschinenpistole, eine fünfstellige Bargeldsumme und Cannabis im Kilogrammbereich beschlagnahmt. Mehr dazu