Drei Jugendliche sind am Donnerstagabend auf E-Scootern vor einer Polizeikontrolle an der Emscherpromenade in Dortmund-Hörde geflüchtet. Die Beamten konnten einen der Fahrer stoppen und stellten sein Fahrzeug sicher – es hatte keine Zulassung und war technisch manipuliert.
Gegen 19:15 Uhr meldeten mehrere Zeugen der Polizei, dass Jugendliche auf E-Scootern die Fußwege an der Emscherpromenade im Bereich der Ruine Viadukt mit überhöhter Geschwindigkeit befuhren und Fußgänger anpöbelten. Einsatzkräfte entdeckten drei E-Scooter-Fahrer, die ohne Kennzeichen unterwegs waren. Bei einer Nachfahrt stellten die Beamten Geschwindigkeiten von etwa 40 bis 45 Kilometern pro Stunde fest – das Doppelte der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
Trotz Anhaltesignale und Lautsprecherdurchsagen setzten die Jugendlichen ihre Fahrt fort. Dabei kam es teilweise zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern und Radfahrern, verletzt wurde jedoch niemand. In Höhe des Viadukts fuhren die drei Fahrer in unterschiedliche Richtungen davon. Die Polizisten konnten nur einem der Fahrer hinterherfahren.
Ein aufmerksamer Fußgänger bemerkte die Verfolgung, stellte sich dem E-Scooter-Fahrer in den Weg und stoppte dessen Fahrt. Der 13-Jährige aus Dortmund stürzte dabei und zog sich leichte Verletzungen zu. Das Fahrzeug gehörte der Mutter des Jungen und war nicht zugelassen. Die Polizei beschlagnahmte den E-Scooter. Ermittlungen zu möglichen technischen Veränderungen sind noch laufend. Die Beamten übergaben den Minderjährigen später seinen Familienangehörigen.
Die Erziehungsberechtigte muss sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten.
Die Polizei warnt eindringlich vor getunten E-Scootern. Durch technische Umbauten können die Roller Geschwindigkeiten von 40 Kilometern pro Stunde oder mehr erreichen – obwohl sie konstruktiv nur für 20 Kilometer pro Stunde ausgelegt sind. Die kleinen Räder, kurzen Bremswege und die Bauweise führen bei höheren Geschwindigkeiten zu einem deutlich erhöhten Unfall- und Verletzungsrisiko. Das Fahren eines manipulierten E-Scooters im öffentlichen Straßenverkehr ist nicht zulässig. Durch technische Veränderungen erlischt in der Regel die Betriebserlaubnis. Weitere rechtliche Konsequenzen können folgen – etwa wegen fehlenden Versicherungsschutzes oder des Fahrens eines nicht zugelassenen Kraftfahrzeugs.
In Deutschland dürfen E-Scooter mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde im öffentlichen Straßenverkehr ab einem Alter von 14 Jahren gefahren werden – vorausgesetzt, das Fahrzeug entspricht den gesetzlichen Vorschriften und wurde nicht technisch verändert.
Die Polizei Dortmund kündigt an, zukünftig regelmäßig E-Scooter-Nutzer kontrollieren zu wollen – sowohl auf dem Gelände Phoenix West als auch an vielen anderen Örtlichkeiten der Stadt.
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