Eine Seniorin aus Wertheim hat einen Betrugsvversuch durchschaut und damit möglicherweise Schlimmeres verhindert. Am Montag gegen 12 Uhr erhielt die Frau einen Anruf eines unbekannten Mannes, der behauptete, ihre Tochter sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt und eine andere Frau liege schwerverletzt im Krankenhaus. Zur Freilassung der Tochter verlangte der Anrufer eine Kaution, die die Seniorin in eine Tasche packen und an ihrer Haustür übergeben sollte.
Die aufmerksame Frau erkannte die Masche sofort. Sie prüfte die Geschichte nach und stellte fest, dass ihre Tochter zu diesem Zeitpunkt unversehrt bei ihr vor Ort war. Statt die Polizei sofort zu alarmieren, spielten die beiden Frauen das Spiel mit den Tätern mit und verständigten dann die Ermittler.
Als ein 61-jähriger Mann gegen 12 Uhr mit einem Fahrzeug vor Ort erschien, um die Tasche abzuholen, griffen Beamte des Kriminalkommissariats Tauberbischofsheim und des Polizeireviers Wertheim zu. Sie nahmen den Mann fest. In dem Fahrzeug befand sich auch seine Ehefrau.
Bei den weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mann als Fahrer eines Fahrdienstes nur einen Auftrag zur Abholung und Weiterbeförderung der Tasche erhalten hatte. Nach allem, was die Ermittler bis dahin wissen, war er nicht wissentlich an der Betrugsmasche beteiligt. Die Polizei entließ ihn daraufhin wieder auf freien Fuß. Seine Ehefrau wurde ebenfalls nicht weiter festgehalten.
So schützen Sie sich vor Enkeltrick
Die Polizei warnt: Bei Anrufen, in denen Geld oder eine Kaution für angebliche Unglücksfälle von Angehörigen gefordert wird, sollten Betroffene die Angaben selbst überprüfen und die Polizei rufen. Legitime Stellen fordern niemals Bargeld an der Haustür.
Auch Fahrer von Fahrdiensten und Kurierdiensten sollten wachsam sein. Aufträge, bei denen Bargeld oder Wertsachen von Privatpersonen abgeholt und weitertransportiert werden sollen, können auf Betrugsmethoden hindeuten. Im Zweifel sollten diese Fahrer die Polizei informieren.
Wie viele dieser Fälle aufgeklärt werden
Von 1.258 Betrugsfällen im Main-Tauber-Kreis konnte die Polizei 2025 481 aufklären, das sind 38,2 Prozent. Damit steht unser Kreis deutlich schlechter als das Land, wo 66,1 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden. Bundesweit waren es 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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