In Essen kam es am vergangenen Wochenende verstärkt zu Angriffen auf Rettungskräfte, Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Polizeibeamte. Insgesamt ereigneten sich vier Zwischenfälle zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen in verschiedenen Stadtteilen.
Der erste Vorfall ereignete sich am Freitagnachmittag gegen 17:45 Uhr am Pferdemarkt/Viehofer Platz im Stadtkern. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Polizeibeamte waren auf gemeinsamer Streife und sprachen einen Mann an, der auf einem Kinderspielplatz Bier trank und rauchte. Ein 40-jähriger Deutscher trat unvermittelt heran und beschimpfte die Einsatzkräfte lautstark. Er forderte sie auf, lieber gegen die illegalen Müllhalden in seinem Wohnviertel vorzugehen. Weil der Mann uneinsichtig war und die Maßnahmen störte, wurde er gebeten, die Örtlichkeit zu verlassen. Stattdessen rief der 40-Jährige laut „Nazi“ in Richtung des Beamten. Als er seine Personalien geben sollte, lief er weg, stolperte und fiel. Weil er aufgebracht war und wegrennen wollte, fesselten ihn die Einsatzkräfte schließlich für kurze Zeit, bis er sich beruhigt hatte. Nach der Aufnahme seiner Personalien und dem Hinweis, dass er Vermüllungen über die „Mängelmelder App“ melden könnte, durfte der Mann gehen.
Am Samstag gegen 14:45 Uhr trafen zwei Mitarbeiter des Ordnungsdienstes an der Gutenbergstraße im Südviertel auf einen 30-jährigen Deutschen, der hinter einer Mülltonne lag und einen hilflosen Eindruck erweckte. Als die Kräfte versuchten, den Mann wachzurütteln, wurde dieser aggressiv. Er beschimpfte die beiden Ordnungsdienstmitarbeiter derbe und ging bedrohlich auf sie zu. Die Mitarbeiter setzten schließlich Reizgas ein und baten die Polizei um Unterstützung. Die Beamten wollten den 40-Jährigen zunächst ins Gewahrsam bringen. Da er sich jedoch offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand, wurde er ins Krankenhaus gebracht.
Am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr wurde die Polizei zur Leostraße in Karnap gerufen. Die Besatzung eines Rettungswagens versorgte dort eine 49-jährige Frau. Zwei weibliche Angehörige der Frau (51 und 73 Jahre alt, deutsch-polnisch) wollten offenbar in die betroffene Wohnung. Ein Sanitäter konnte dies nur mit körperlichem Nachdruck verhindern. Erst als die eingetroffenen Polizeibeamten einen Platzverweis für die Frauen aussprachen, verließen diese die Örtlichkeit.
In der Nacht zum Montag gegen 0:40 Uhr war die Besatzung eines Rettungswagens an der Straße Mariengarten in Frintrop, um eine 17-jährige Deutsche zu versorgen. Die Jugendliche trat während der Behandlung gegen den Kiefer eines Sanitäters. Dieser wurde dabei verletzt und musste ins Krankenhaus.
Die Polizei erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Rettungs- und Ordnungskräfte während ihres Dienstes oft bis an ihre Grenzen gehen und teilweise ihre eigene Unversehrtheit für die Sicherheit, Gesundheit und das Leben aller Bürger riskieren. Dafür verdienen sie Wertschätzung, Respekt und Anerkennung. Aggression, Beleidigungen und Gewalt gegen Einsatzkräfte seien vollkommen inakzeptabel.