Die Kreispolizeibehörde Euskirchen hat am Montag, 26. Oktober, zum dritten Mal den Zivilcourage-Preis verliehen. Vier Menschen wurden ausgezeichnet, weil sie in kritischen Momenten nicht weggesehen, sondern geholfen haben.
Landrat und Behördenleiter Markus Ramers eröffnete die Veranstaltung und würdigte den Einsatz der Preisträger. Er betonte, dass Zivilcourage bedeute, nicht wegzusehen, wenn andere Hilfe benötigen.
Waldbrand eingegrenzt
Am 10. August 2026 bemerkte Jens Becker während landwirtschaftlicher Arbeiten im Billiger Wald bei Euskirchen einen Brand. Rund 400 Quadratmeter Waldfläche standen in Flammen. Der Landwirt handelte sofort: Mit seinem Traktor zog er eine Schneise, um dem Feuer den Weg abzuschneiden. Anschließend konnte die Feuerwehr den Brand löschen. Erster Polizeihauptkommissar Jörg Schneider würdigte in seiner Laudatio nicht nur Beckers Handeln, sondern auch die wichtige Unterstützung, die Landwirtinnen und Landwirte mit ihren Maschinen, ihrer Ortskenntnis und ihrer Einsatzbereitschaft bei der Gefahrenabwehr leisten können.
Busfahrer hielt Angreifer fest
Am 7. Januar 2026 kam es am Euskirchener Bahnhof zu einem gewalttätigen Übergriff. Ein Mann schlug eine Frau gegen den Kopf; diese flüchtete in einen Bus. Der Mann folgte ihr und übergoss sie mit einer Flasche Wodka. Busfahrer Martin Heinz Rzepka bekam die Situation mit und forderte den Angreifer auf, den Bus zu verlassen und die Frau in Ruhe zu lassen. Daraufhin wurde auch er von dem Mann geschlagen. Trotz des Angriffs hielt Rzepka den Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Polizeidirektorin Gabriele Mälchers hob in ihrer Laudatio den besonderen Mut des Preisträgers hervor. Sein Handeln habe der betroffenen Frau gezeigt, dass sie in dieser bedrohlichen Situation nicht allein war.
Verdächtige fotografiert und erkannt
Am 14. Juni 2026 verschafften sich zwei Jugendliche Zutritt zu einer Grundschule in Schleiden. Dort verteilten sie Benzin in einem Büro und im angrenzenden Flur und beschmierten Wände mit Farbe. Claudia Bayrle, Reinigungskraft im Gebäude, bemerkte die Jugendlichen und sprach sie an. Die beiden flüchteten daraufhin. Bayrle gelang es, Fotos von ihnen anzufertigen. Bei einer unmittelbar eingeleiteten Fahndung konnte die Polizei die Tatverdächtigen antreffen. Bei ihnen wurden unter anderem Streichhölzer und mehrere Schlüssel der Schule gefunden. Kriminaloberrat Ulrich Linden würdigte Bayrles Aufmerksamkeit und Entschlossenheit. Sie habe eine ungewöhnliche und potenziell gefährliche Situation erkannt und mit ihrer Reaktion wichtige Ansatzpunkte für die polizeilichen Maßnahmen geschaffen.
Gestohlenes Wohnmobil gemeldet
Am 23. Februar 2026 meldete Christian Lienke-Köhler gegen 20.15 Uhr ein Wohnmobil, das in Blankenheim in Schlangenlinien unterwegs war. Er blieb aufmerksam und folgte dem Fahrzeug bis zum Eintreffen der Polizei. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Fahrer erst 17 Jahre alt war und keine gültige Fahrerlaubnis besaß. Zudem waren sowohl das Wohnmobil als auch ein darin befindliches Mofa als gestohlen zur Fahndung ausgeschrieben. Polizeihauptkommissar Achim Richenzhagen betonte in seiner Laudatio, wie wichtig aufmerksame Bürgerinnen und Bürger für die Verkehrssicherheit sind. Da Lienke-Köhler an der Veranstaltung verhindert war, nahm Blankenheims Bürgermeisterin Jennifer Meuren den Preis stellvertretend für ihn entgegen.
Die Kreispolizeibehörde Euskirchen weist darauf hin, dass jeder einen Beitrag zur Sicherheit anderer leisten kann – ohne sich dabei selbst unnötig in Gefahr zu bringen. Bei akuten Gefahrensituationen sollte schnellstmöglich die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigt werden. Wer weitere Personen um Unterstützung bittet, sollte diese gezielt ansprechen und ihnen konkrete Aufgaben übertragen. Nach einem Vorfall sollte man sich, soweit möglich, um die betroffene Person kümmern und ihr Unterstützung anbieten. Personen, die als Ersthelfer tätig werden, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sein. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite aktion-tu-was.de.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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