Mit erfundenen Notlagen und Lügengeschichten haben Betrüger am 21. Oktober 2026 in Alsdorf und Herzogenrath versucht, Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. In einem Fall gelang ihnen der Diebstahl eines fünfstelligen Geldbetrags, in einem anderen scheiterte der Betrug.
In Alsdorf gaben sich zwei Täter als Kriminalpolizisten des Polizeipräsidiums Aachen aus. Sie behaupteten, es habe vermehrt Einbrüche gegeben und wollten deshalb die Türen und Fenster des Hauses kontrollieren. Der ältere Mann der Familie räumte ein, Geld zu Hause zu haben, und zeigte es den vermeintlichen Polizisten. Unter dem Vorwand, das Geld vor Einbrechern in Sicherheit bringen zu müssen, nahmen die Täter es an sich und verschwanden.
In Herzogenrath versuchten Betrüger mit einer anderen Variante des sogenannten Schockanrufs, an Geld zu gelangen. Sie meldeten sich telefonisch bei einem Ehepaar, gaben sich als Polizeibeamte beziehungsweise Staatsanwalt aus und behaupteten, der Sohn habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Er komme nur gegen Zahlung einer fast sechsstelligen Summe wieder auf freien Fuß, forderten sie. Während des Gesprächs erreichten die Eheleute ihren Sohn, der den Sachverhalt verneinte. Daraufhin beendeten die Betrüger das Gespräch. Ein Schaden entstand nicht.
Wenige Stunden später gaben sich die Tatverdächtigen am Telefon erneut als Polizisten aus und setzten den Ehemann massiv unter Druck. Unter dem Vorwand, seine Wertgegenstände vor einem unmittelbar bevorstehenden Einbruch schützen zu müssen, versuchten sie, ihn zur Herausgabe von Geld und anderen Wertsachen zu bewegen. Ein Tatverdächtiger erschien außerdem persönlich an der Wohnanschrift und drohte, sich Zutritt zu verschaffen. Mit Hilfe einer Zeugin konnte dies verhindert werden. Das Paar informierte daraufhin die Leitstelle der Polizei Aachen.
So erkennen Sie Betrüger
Echte Polizeibeamte und Staatsanwälte setzen Menschen nicht am Telefon mit erfundenen Notlagen unter Druck, um Geld oder Wertgegenstände abzuholen. Weder eine angebliche Einbruchserie noch ein vermeintlicher Unfall mit schweren Folgen rechtfertigen es, Geld an Unbekannte zu übergeben.
Betrüger arbeiten gezielt mit Angst, Zeitdruck und dem vermeintlichen Schutz der eigenen Familie. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Übergeben Sie niemals Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen. Die Polizei fordert Sie nicht dazu auf, Ihr Vermögen zur angeblichen Sicherung auszuhändigen.
Legen Sie auf und überprüfen Sie die Geschichte selbst. Rufen Sie Ihren Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Nummer an. Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion und keine Telefonnummer, die Ihnen die Anrufer nennen. Informieren Sie die Polizei über den Notruf 110.
Sprechen Sie mit Angehörigen und insbesondere älteren Menschen über diese Maschen. Ein offenes Gespräch kann helfen, Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen und hohe finanzielle Schäden zu verhindern. Wer am Telefon Geld fordert und dabei Angst macht, verdient kein Vertrauen, sondern Misstrauen.
Wie viele dieser Fälle aufgeklärt werden
Von 6.409 Betrugsfällen im Landkreis Aachen konnte die Polizei 2025 3.418 aufklären, das sind 53,3 Prozent. Damit steht unser Kreis fast genauso wie das Land, wo 59,1 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden. Bundesweit waren es 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Nordrhein-Westfalen
Auch aus Nordrhein-Westfalen:
Mehr Polizeimeldungen: