Ein falscher Handwerker hat sich am Samstagmorgen (16. Mai) unter einem Vorwand Zugang zu der Wohnung einer 98-jährigen Frau in Lünen verschafft. Durch das entschlossene Verhalten der Bewohnerin flüchtete der Täter ohne Beute.
Gegen 10 Uhr klingelte der Mann an der Wohnungstür des Mehrfamilienhauses an der Marie-Juchacz-Straße. Er gab sich als Heizungsfachmann aus und wollte die Heizung der Dame kontrollieren. Die 98-jährige Bewohnerin weigerte sich, den Mann in ihre Wohnung zu lassen. Daraufhin schob er sie zur Seite und brach ein. Sofort lief er ins Schlafzimmer.
Die Lünerin lief dem Mann hinterher und forderte ihn erneut auf, die Wohnung sofort zu verlassen. Als sie mit der Polizei drohte, eilte er davon und verließ die Wohnung ohne Beute.
Der Täter wird folgendermaßen beschrieben: männlich, etwa 20 bis 30 Jahre alt, von kräftiger Statur, 180 Zentimeter groß, mit dunkler Kappe und mit dunkler sowie orangener gemusterter Jacke bekleidet.
Die Polizei sucht Zeugen, die im Bereich der Marie-Juchacz-Straße verdächtige Personen beobachtet haben. Hinweise gehen an die Kriminalwache unter Telefon 0231/132-7441.
Die Polizei appelliert, in vergleichbaren Situationen unverzüglich den Notruf zu wählen. Immer wieder gelinge es Betrügern, an das Ersparte gerade älterer Menschen zu gelangen und sie mit ihren Taten nachhaltig zu verunsichern.
Die Beamten raten: Fremde Menschen nicht in die Wohnung oder das Haus zu lassen, wenn diese sich nicht angekündigt haben oder eingeladen wurden. Bei Fremden an der Tür sollte immer Misstrauen walten – sei es ein Handwerker, den man nicht angefordert hat, eine Person, die um Hilfe bittet, aber dafür unbedingt die Wohnung betreten möchte oder ein Vertreter einer Behörde, den man nicht erwartet. Bei Zweifeln an der Echtheit des Anliegens sollte man diese Person nicht hereinlassen, im Zweifel Nachbarn hinzuziehen oder direkt die Polizei unter 110 anrufen. Wird ein Besucher zudringlich, sollte man sich energisch wehren, ihn laut ansprechen und um Hilfe rufen.