Flensburg: Wilde Verfolgungsfahrt mit getuntem E-Scooter – zwei Streifenwagen kollidieren

(Symbolbild)

Eine rücksichtslose Flucht auf einem getunten E-Scooter hat am Dienstagabend in Flensburg zu einer Verfolgungsjagd geführt, bei der zwei Polizeiautos zusammengeprallt sind. Dabei wurden vier Polizisten leicht verletzt.

Alles begann um 19:47 Uhr am Ballastkai. Zeugen meldeten über den Notruf einen E-Scooter, der mit etwa 60 Kilometern pro Stunde und ohne Versicherungskennzeichen unterwegs war. Als ein Streifenwagen eintraf, war der Fahrer jedoch bereits verschwunden.

Die Polizei erstellte eine Täterbeschreibung: Der Mann soll etwa 175 bis 180 Zentimeter groß und sehr schlank sein, mit dunklerer Hautfarbe und schwarzem, nackenlangelockigem Haar. Zum Zeitpunkt der Beobachtung trug er einen schwarzen Pullover, eine schwarze Jogginghose und eine schwarze Sonnenbrille.

Knapp eineinhalb Stunden später, um 21:14 Uhr, erkannte eine Streifenwagenbesatzung einen Mann mit dieser Beschreibung im Bereich Süderhofenden, in der Nähe des Kinos. Die Polizisten forderten ihn auf stehenzubleiben – doch stattdessen flüchtete der E-Scooter-Fahrer in Richtung ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof).

Das, was folgte, war eine gefährliche Flucht durch die Innenstadt. Der Mann fuhr zunächst durch den Innenhof der Ärztekammer, dann in die Rathausstraße und schließlich mit etwa 60 Kilometern pro Stunde in die Fußgängerzone der Großen Straße zum Nordermarkt. Fußgänger mussten zur Seite springen, um ihm auszuweichen.

Am Kompagnietor verließ der Fahrer dann die Fußgängerzone und fuhr rücksichtslos auf die Fahrbahn der Schiffbrücke in Richtung Norderhofenden – direkt auf einen Streifenwagen zu. Der Polizeiwagen bremste ab, um eine Kollision zu vermeiden. Der E-Scooter-Fahrer querte daraufhin ohne Rücksicht über die linke Fahrspur in Richtung des Fußgängerweges zur Hafenspitze. Der entgegenkommende Verkehr musste stark abbremsen; es hätte fast zu einem Unfall kommen können.

Am Hafendamm hatten die Polizisten erneut Sichtkontakt. Der E-Scooter-Fahrer fuhr dort mit mindestens 60 Kilometern pro Stunde entgegen der Fahrtrichtung zwischen den ihm entgegenkommenden Fahrzeugen hindurch – auf der linken Seite der Ballastbrücke. Andere Fahrzeuge mussten wieder stark bremsen oder ausweichen.

Ein ziviler Streifenwagen war zeitgleich auf dem linken der beiden regulären Fahrstreifen des Hafendamms unterwegs; ein weiterer Streifenwagen folgte mit etwas Abstand hinter ihm. Der zivile Wagen reduzierte seine Geschwindigkeit, um bei einer geeigneten Lücke zu wenden und dem E-Roller-Fahrer den Weg abzuschneiden. Bei diesem Wendemanöver prallte der nachfolgende Streifenwagen ins zivile Einsatzfahrzeug. An beiden Autos entstand Totalschaden. Alle vier Insassen wurden leicht verletzt. Der E-Roller-Fahrer setzte seine Flucht in Richtung Nordstraße fort.

Die Polizei Flensburg sucht nun nach Zeugen, die durch die gefährliche Fahrweise des E-Scooter-Fahrers gefährdet wurden oder sachdienliche Hinweise zu seiner Identität geben können. Hinweise werden unter der Telefonnummer 04631-4050120 oder per E-Mail an gluecksburg.pst@polizei.landsh.de entgegengenommen.

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