Die Geburtenrate in den ostdeutschen Flächenländern ist seit 2015 um ein Drittel gesunken. Das zeigt eine am Samstag veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Besonders dramatisch fällt der Rückgang bei Müttern mit deutschem Pass aus: Hier ging die Geburtenzahl um mehr als 40 Prozent zurück. Im Westen Deutschlands präsentiert sich die Situation deutlich entspannter – dort sank die Geburtenrate lediglich um sechs bis acht Prozent.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt im Osten in der schrumpfenden Zahl von Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 25 und 39 Jahren. Diese Gruppe verringerte sich um 16 Prozent. Bundesweit zeigt sich ein anderes Bild: Die Zahl der Frauen in dieser Altersgruppe stieg leicht um ein Prozent an. Im Westen war sogar ein Zuwachs von drei bis fünf Prozent zu verzeichnen, was auf Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen ist.
Trotz dieser Zuwächse im Westen sank die Geburtenrate bundesweit um elf Prozent. Das deutet darauf hin, dass es für Paare insgesamt unattraktiver geworden ist, Kinder zu bekommen.
IW-Forscher Wido Geis-Thöne warnt vor langfristigen Folgen. Niedrige Geburtenzahlen könnten das Arbeitskräfteangebot verkleinern und die Finanzierung des Sozialversicherungssystems gefährden. Er fordert die Politik auf, die Entscheidung für Kinder zu erleichtern und sprach sich gegen Kürzungen bei der Unterstützung für Familien aus – etwa beim Elterngeld. Familien bräuchten verlässliche Betreuung und Planungssicherheit, betont Geis-Thöne. Die meisten Familienleistungen seien Investitionen, die sich langfristig auch für die öffentliche Hand rechneten.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur