Hamburger Gericht stoppt Zugriff auf „Zeit“-Aufnahmen vom Fall Block

via dts Nachrichtenagentur

Das Landgericht Hamburg hat den Zugriff auf Tonbandaufnahmen untersagt, die in der Redaktion der Wochenzeitung „Die Zeit“ sichergestellt wurden. Die Aufnahmen enthalten Gespräche mit den Kindern von Christina Block. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die Strafkammer bereits am Mittwoch auf Antrag der „Zeit“ einen Beschluss erlassen, wonach die Tonaufzeichnungen vorerst nicht verwendet werden dürfen.

Die Aufnahmen waren am 12. Oktober sichergestellt worden, nachdem Ermittler bei den Journalisten vorstellig geworden waren und mit Durchsuchungen gedroht hatten. Laut „Zeit“ wurden die Aufnahmen vor der Herausgabe versiegelt.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass das öffentliche Interesse angesichts der betroffenen Grundrechtspositionen der Journalisten nicht überwiegt, da diesen schwere Nachteile drohen könnten. Eine endgültige Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Sicherstellung steht aber noch aus.

Ende September waren Auszüge aus den aufgezeichneten Gesprächen im Podcast „House of Block“ veröffentlicht worden. Besonders die Äußerungen der an Silvester 2023/24 entführten Tochter von Christina Block sorgten bei der Verteidigung der angeklagten Unternehmerin für Unmut. In dem Podcast schilderte die damals 13-Jährige ihre Entführung aus Dänemark. Vor Gericht wollte sie nicht als Zeugin aussagen. Der Prozess gegen Christina Block und sechs weitere Angeklagte läuft seit Juli 2025 vor der Strafkammer am Landgericht Hamburg.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüßte die Entscheidung des Landgerichts Hamburg. „Das Gericht hat die Notbremse gezogen“, sagte DJV-Chef Mika Beuster am Donnerstag. „Das ist richtig so. Redaktionen sind keine Außenstellen der Justiz. Wer journalistische Quellen anzapft, greift die Pressefreiheit an.“ Der DJV forderte weiter, dass der journalistische Quellenschutz auch bei der endgültigen Entscheidung uneingeschränkt gewahrt bleibe.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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