Acht junge Männer aus dem Kreis Herford müssen sich wegen mehrerer Verkehrsstraftaten verantworten, nachdem sie am Samstag, 11. April 2026, mit einem Hochzeitskorso auf der A33 und anderen Straßen in der Region Bielefeld für gefährliche Situationen gesorgt haben. Zusätzlich schoss ein Unbekannter mit einer Schreckschusswaffe aus einem Mercedes heraus in die Luft.
Ein Autofahrer meldete gegen 14:45 Uhr der Polizeileitstelle die besonders gefährliche Fahrweise von Teilnehmern eines Hochzeitkorsos auf der A33 in Richtung Brilon. Der Zeuge bemerkte zunächst mehrere Fahrzeuge mit eingeschaltetem Warnblinklicht, die in Höhe einer Baustelle in Schloß Holte nur etwa 30 km/h fuhren, was er für einen Stau hielt.
Nach der Baustelle erkannte der Fahrer die mit Schleifen geschmückten Autos als zusammengehörigen Konvoi. Die Fahrzeuge beschleunigten stark und fuhren in drei Reihen – sie benutzten dabei neben den beiden regulären Fahrstreifen auch den Standstreifen. Im weiteren Verlauf bremsten die Autofahrer erneut auf circa 30 km/h ab. Der Zeuge wurde rechts überholt, wobei er auf dem linken Fahrstreifen stark bremsen musste, um eine Kollision mit dem Überholenden zu verhindern.
Beim Verlassen der A33 an der Anschlussstelle Schloß Neuhaus hielt ein Fahrzeug des Korsos an und blockierte andere Autos, damit der gesamte Konvoi zusammenhängend in Richtung Delbrück fahren konnte. Autobahnpolizisten stoppten die beteiligten Fahrzeuge schließlich an der B64. Streifenwagen der Kreispolizeibehörde Paderborn unterstützten bei der Kontrolle der Hochzeitsgesellschaft auf einem Parkplatz an der Münsterstraße.
Bei den acht Autofahrern handelt es sich um junge Männer im Alter zwischen Anfang 20 und Anfang 40 Jahre aus dem Kreis Herford. Gegen sie besteht der Verdacht der Teilnahme an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen, eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und einer Straßenverkehrsgefährdung durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fehlverhalten beim Überholen.
Etwa eineinhalb Stunden später, gegen 16:05 Uhr, meldete ein Anwohner aus Heepen Schüsse aus einem Auto. Der Zeuge beobachtete, wie mehrere Fahrzeuge einer Hochzeitsgesellschaft über einen Parkplatz am Lübrasser Weg in der Nähe eines Sportplatzes fuhren. Dabei konnte er sehen, wie ein Beifahrer mehrfach in die Luft schoss.
Als die Streifenbeamten am Tatort eintrafen, war der Autokorso bereits weitergefahren. In der Nähe konnten die Polizisten Fahrzeuge dieser Gesellschaft anhalten, jedoch befanden sich der beschriebene Mann und der Mercedes nicht darunter. Die Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz laufen weiter.