Die deutsche Wirtschaft wächst nur dank massiver staatlicher Investitionen. Unternehmen und private Haushalte haben in den vergangenen sechs Jahren zusammengenommen nichts zum Wirtschaftswachstum beigetragen, wie eine noch unveröffentlichte Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.
Laut der Untersuchung ist die gesamtwirtschaftliche Leistung zwischen 2020 und 2025 durchschnittlich um 0,2 Prozent pro Jahr gestiegen – ausschließlich wegen der staatlichen Investitionen. Hätte der Staat seit 2020 nicht massiv in Konjunkturprogramme, Bundeswehr, Klimaschutz und Infrastruktur investiert, wäre das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht gestiegen, sondern sogar geschrumpft. Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ aus der Studie.
Verantwortlich für die schwache privatwirtschaftliche Entwicklung sind niedrige Unternehmensinvestitionen. Der negative Effekt konnte auch durch den Konsum der privaten Haushalte nicht vollständig ausgeglichen werden. Besonders stark gingen die Ausgaben für Wohn- und Gewerbebauten sowie für Maschinen und Fahrzeuge zurück. Hintergrund sind Geschäftseinbrüche infolge der Pandemie, Lieferkettenprobleme, unsichere Finanzierungsbedingungen, Handelskonflikte sowie geopolitische Schocks wie der russische Überfall auf die Ukraine. Ein Lichtblick waren steigende Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Software und Datenbanken.
Die Studie des IW-Konjunkturexperten Michael Grömling zeigt, wie tiefgreifend das Investitionsproblem ist: Im zweiten Quartal 2026 lagen die öffentlichen Investitionen preisbereinigt um gut 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019. Die privatwirtschaftlichen Investitionen hingegen lagen um mehr als zehn Prozent darunter. „Das ist für ein marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem auf Dauer nicht normal“, sagt Grömling. Die Zahlen signalisieren auch, dass Maschinen und Anlagen nicht ausreichend modernisiert werden. „Das schwächt die ökonomischen Produktionsmöglichkeiten und den daraus resultierenden Wohlstand über Jahre hinaus“, warnt der Experte.
Um den Wohlstand langfristig zu sichern, seien neben staatlichen Investitionen und Konsumausgaben etwa für die Bildung auch „Konjunktur- und Wachstumsimpulse aus der privatwirtschaftlichen Investitionstätigkeit dringend notwendig“, so Grömling.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur