Über 100 Expertinnen und Experten aus Polizei, Justiz und internationalen Behörden haben am 12. November 2024 in Bad Kissingen das bundesweite Projekt ASCA gestartet. Die Anti-Scam Alliance zur Bekämpfung von Anrufstraftaten wird unter Leitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg durchgeführt und soll Callcenter-Betrug verhindern und bekämpfen.
An dem mit 1,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln geförderten Projekt beteiligen sich rund 50 Behörden und Institutionen aus Deutschland, Polen, Ungarn und weiteren europäischen Staaten. Die dreitägige Kick-off-Veranstaltung brachte Spezialistinnen und Spezialisten aus Polizei, Justiz, Bundeskriminalamt und Europol zusammen.
Projektleiter Markus Kubo beschreibt das Ziel: „Die vernetzte, international ausgerichtete Projektarbeit ist der wesentliche Schlüssel zum Erfolg, um sowohl präventiv als auch repressiv nachhaltig Wirkung zu erzielen, auch über die bis Ende 2028 angelegte Projektlaufzeit hinaus.“ Das Team baut auf Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt CESA auf und wurde um zusätzliche Fachleute erweitert.
Andreas Stenger, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, betont die Bedeutung des fachübergreifenden Vorgehens: „Wir müssen uns fachübergreifend und flexibel den schnelllebigen Herausforderungen und sich wandelnden Kriminalitätsformen stellen. Mit ASCA schaffen wir dafür die notwendigen Strukturen und bündeln unsere Expertise über Behörden- und Ländergrenzen hinweg.“
Das Vorgängerprojekt CESA hatte bereits bedeutende Erfolge erzielt. Es etablierte bundesweit einheitliche Prozesse, führte nationale Datenbankanwendungen wie die Stimm- und Funkzellendatenbank ein und baute die internationale Zusammenarbeit strukturell aus. Die Präventionskampagne „Ich leg auf!“ wurde landesweit bekannt, und Ermittler verfolgten organisierte Tätergruppen erfolgreich.
Dennoch bleibt das Phänomen virulent: Der jährliche Schaden durch Anrufstraftaten in Deutschland liegt deutlich über 100 Millionen Euro. Opfer erleiden neben Geldverlust häufig auch psychische Belastungen. Phänomenbereiche wie „Falscher Polizeibeamter“ oder „Falscher Bankmitarbeiter“ konnten bislang nicht umfassend bearbeitet werden.
ASCA nimmt daher den gesamten Bereich des Callcenter-Betrugs in den Blick. Neue Handlungsschwerpunkte sind unter anderem die Prüfung technischer Präventionsmöglichkeiten, mit denen betrügerische Anrufe erkannt und verhindert werden können. Der Ausbau der internationalen Strafverfolgungszusammenarbeit hat hohen Stellenwert. Geplant sind Austauschformate und eine Roadshow zur Stärkung der grenzüberschreitenden Kooperation.
Die Projektleitung liegt beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Das Bundeskriminalamt, das Landeskriminalamt Berlin und das Polizeipräsidium München übernehmen Verantwortung für wesentliche Teilbereiche. ASCA ist ein Teilprojekt von ISF LUMEN Expanded, das beim LKA Baden-Württemberg angesiedelt ist und vier operativ ausgerichtete Projekte bündelt.
Wie sich die Zahlen entwickelt haben
Gegenüber 2024 hat sich die Zahl der Betrugsfälle in Baden-Württemberg um 9,1 Prozent verändert, sie ist gesunken. Gezählt wurden 2025 insgesamt 74.294 Fälle. Aufgeklärt wurden davon 66,1 Prozent, bundesweit 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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