Kiel: Angriffe auf Israel-Solidarität-Demonstranten nach Kundgebungen

(Symbolbild)

In Kiel kam es am Samstagnachmittag im Nachgang von zwei Versammlungen zu Angriffen gegen Teilnehmende. Das Kommissariat 5 der Bezirkskriminalinspektion Kiel hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Samstag, den 21. Februar, fand ab 14:30 Uhr eine angemeldete Kundgebung mit dem Thema „Solidarität mit Israel und der iranischen Freiheitsbewegung – Gegen Antisemitismus und Terrorverherrlichung“ am Dreiecksplatz an der Brunswiker Straße statt. An der Versammlung nahmen 20 Personen teil. Um 15:05 Uhr erklärte der Verantwortliche die Kundgebung für beendet.

Ebenfalls angemeldet war eine Versammlung mit dem Motto „Freiheit für Palästina“, die um 15:00 Uhr auf dem Dreiecksplatz begann. Um 15:05 Uhr setzte sich ein Aufzug mit rund 120 Teilnehmenden in Bewegung. Der Aufzug verlief auf der von der Landeshauptstadt Kiel bestätigten Strecke ohne Zwischenfälle. Nach einer Abschlusskundgebung auf dem Platz der Matrosen erklärte die Verantwortliche die Versammlung um 16:10 Uhr für beendet.

In der Nachphase der Versammlungen trafen einige Kundgebungsteilnehmende in der Raiffeisenstraße auf zwei Personen, die pro-israelische Fahnen trugen. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung. Polizistinnen und Polizisten, die im Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen im Einsatz waren, trennten die Personen. Es gab keine strafbaren Handlungen.

Ebenfalls in der Nachphase identifizierten Einsatzkräfte unter den Teilnehmenden der beendeten Palästina-Versammlung eine Person, gegen die der Verdacht bestand, im Rahmen einer zurückliegenden Versammlung im Jahr 2025 eine Körperverletzung begangen zu haben. Als die Polizistinnen und Polizisten zur Personalienfestellung an die Person herantraten, solidarisierten sich mehrere Personen mit ihr. Sie stellten sich den Beamtinnen und Beamten in den Weg und verzögerten kurzfristig den Zugriff auf die verdächtige Person. Im Nachgang stellten Polizeikräfte die Identität des Mannes fest.

Gegen 16:20 Uhr ereignete sich im Bereich Sophienblatt eine gefährliche Körperverletzung. Nach Angaben des Geschädigten, der zuvor Teilnehmer der pro-israelischen Versammlung war, hielt er sich in der Andreas-Gayk-Straße auf. Er führte zwei pro-israelische Fahnen mit sich, als drei bis vier schwarz gekleidete Personen ihn bis zur Straße Sophienblatt verfolgten. Dort schlugen die Personen ihn gemeinschaftlich mehrfach und verletzten ihn leicht. Die Angreifer flüchteten zu Fuß.

Gegen 16:50 Uhr kam es im Knooper Weg zu einem weiteren Vorfall. Zwei Personen, die zuvor an der pro-israelischen Versammlung teilgenommen hatten, saßen in einem Fahrzeug, als drei vermummte und dunkel gekleidete Personen unvermittelt auf den Wagen zustürmten. Der Zeuge verriegelte das Fahrzeug von innen, woraufhin die Tatverdächtigen mit Schlägen und Tritten auf den Pkw einwirkten. Trotz der Verriegelung gelang es ihnen, den Kofferraum zu öffnen. Sie entwendeten eine Tasche mit Materialien, die im Kontext der Versammlungen standen.

Im Rahmen der Fahndung stellten Einsatzkräfte einen Tatverdächtigen fest und brachten ihn auf eine Polizeistation. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kam der Mann auf freien Fuß. Das in der Nähe aufgefundene Stehlgut händigten die Beamten dem Geschädigten aus.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl ein. In beiden Fällen gibt es Hinweise, dass die Tatverdächtigen dem linken Spektrum zuzuordnen sein dürften. Das Kommissariat 5 der Bezirkskriminalinspektion Kiel, das für Staatsschutzdelikte zuständig ist, übernahm die Ermittlungen.

Die Polizeidirektion Kiel betont, dass Versammlungen durch das Grundgesetz geschützt sind. Bei den beiden Kundgebungen am Samstag führte die Polizei eine vorherige Lagebewertung durch und setzte ein ausreichendes Kräfteverhältnis ein. Angesichts des hochemotionalen Themas erfolgte der Einsatz mit einem hohen Personalaufgebot. Zu Störungen während beider laufenden Versammlungen kam es nicht. Die Vorfälle ereigneten sich räumlich abgesetzt und nachdem die Versammlungen bereits beendet waren. Die Polizei führte anschließend eine Nachaufsicht durch, stellte aber keine Auffälligkeiten fest.

Versammlungen dieser Art mit gleichzeitig stattfindenden Gegenversammlungen ohne Auseinandersetzungen über verbale Äußerungen hinaus fanden in der Vergangenheit regelmäßig mehrmals monatlich ohne nennenswerte Vorkommnisse statt. Die Polizeidirektion Kiel wird künftig in diesem Kontext ein besonderes Augenmerk auf die Nachphase von Demonstrationen legen.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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