Kriminalität in Recklinghausen und Bottrop deutlich gesunken

(Symbolbild)

Die Polizei im Kreis Recklinghausen und in Bottrop meldet einen klaren Rückgang der Kriminalität. Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen und der Leitende Kriminaldirektor Jürgen Häusler haben den Kriminalitätsbericht für 2025 vorgestellt und bilanzieren: Mit 54.012 registrierten Straftaten ist dies der niedrigste Stand seit 2021 — rund 1.000 Fälle weniger als im Vorjahr.

„Die Zahl der Straftaten ist gesunken. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Zurhausen. „Das spricht für eine gute Qualität und Wirksamkeit unserer Polizeiarbeit.“ Mehr als die Hälfte aller Fälle wurde aufgeklärt. Ein Vergleich mit 2012, dem Jahr von Zurhausens Amtsantritt, zeigt einen Rückgang um rund 10.000 Fälle.

Diebstahlsdelikte machen den größten Anteil der Gesamtstraftaten aus. Mit 20.461 Fällen entfallen fast 38 Prozent aller Delikte auf diese Kategorie — darunter Taschendiebstahl, Fahrraddiebstahl, Ladendiebstahl, Diebstahl an und aus Fahrzeugen sowie Einbrüche.

Gewaltkriminalität deutlich rückläufig

Positiv entwickelt sich die Gewaltkriminalität: Straftaten mit erheblicher Gewaltanwendung oder schweren Folgen für die Opfer sind um knapp sieben Prozent gesunken. „Das ist ein positives Signal“, betont Zurhausen. „Gerade diese Straftaten beeinflussen das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger in besonderem Maße.“

Die Beteiligung von unter 21-Jährigen an der Gesamtkriminalität und an Gewaltkriminalität ist ebenfalls gesunken. Die Polizei Recklinghausen führt dies auch auf ihr Präventionskonzept „AnsprechBAR“ zurück, das im vergangenen Jahr an Schulen in allen elf Städten des Zuständigkeitsbereichs durchgeführt wurde. Dabei klärten Polizistinnen und Polizisten über Messergewalt, Cybermobbing und Alkohol im Straßenverkehr auf.

Straßenkriminalität nimmt zu, bleibt aber unterdurchschnittlich

Im Bereich der Straßenkriminalität wurden 12.002 Taten registriert — 395 Fälle mehr als im Vorjahr. Trotz dieses Zuwachses liegt die Gesamtzahl noch unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch hier dominieren Diebstahlsdelikte: Jedes vierte Delikt (27 Prozent) ist ein Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen. „Unterm Strich lässt sich feststellen, dass sich Delikte der Straßenkriminalität deutlich häufiger gegen Sachen richten als gegen Menschen“, bilanziert Häusler.

Messerdelikte im Fokus

Das Polizeipräsidium hat sich intensiv mit Messerdelikten auseinandergesetzt. Insgesamt wurde 221-mal mit einem Messer gedroht. In 104 weiteren Fällen wurde festgestellt, dass ein Messer mitgeführt wurde. Zum tatsächlichen Einsatz kam ein Messer in 115 Fällen. „Das Messer wird leider noch zu oft als mögliches Verteidigungsmittel eingesteckt. Über die schlimmen Folgen sind sich viele nicht bewusst“, warnt Häusler. „Wenn kein Messer mitgenommen wird, kann es auch nicht eingesetzt werden.“

Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu

Besorgniserregend ist der erneute Anstieg von Aggression und Gewalt gegenüber Einsatzkräften. „Wer Polizistinnen und Polizisten und andere Vollstreckungsbeamte oder gar Rettungskräfte angreift, greift Menschen an, die für uns alle einstehen. Das ist für mich nicht hinnehmbar“, sagt Zurhausen. Um ein klares Zeichen zu setzen, erstattet sie zusätzlich Strafanträge.

Wohnungseinbrüche weiterhin rückläufig

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist erneut zurückgegangen. Mit 1.223 Taten wurden 87 Fälle weniger als 2024 registriert. „Trotz positiver Entwicklung lassen wir in unseren Anstrengungen nicht nach“, betont Zurhausen. „Wir wissen, dass jeder Einbruch in das eigene Zuhause Spuren hinterlässt und das Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinträchtigt.“ Um die Prävention auszubauen, hat die Polizei Recklinghausen seit vergangenem Herbst sechs Podcast-Folgen rund um das Thema Wohnungseinbruch produziert und erweitert damit ihre Reichweite in der Aufklärungsarbeit.

Sexualdelikte stark angestiegen

Im Bereich der Sexualdelikte ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: Die Zahl stieg von 1.292 auf 2.076 Fälle. Etwa die Hälfte dieser Straftaten steht im Zusammenhang mit Kinderpornographie — hier haben sich die Zahlen fast verdoppelt. „Unsere Ermittlerinnen und Ermittler zeigen einen unermüdlichen Einsatz und werten Terabytes an Daten aus. Dadurch werden immer wieder neue Fälle bekannt, die wiederum den Anstieg der Gesamtzahlen erklären“, erklärt Häusler.

Computerkriminalität deutlich rückläufig

Besonders erfreulich ist der Rückgang der Computerkriminalität um über 40 Prozent. Fast jeder zweite Fall konnte aufgeklärt werden — ein deutliches Plus bei der Aufklärungsquote.

Betrug und Fälschung sinken

Bei den Betrugsdelikten zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Der Waren- und Warenkreditbetrug fiel um rund 34 Prozent. Auch Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen sind gesunken — hier wurden knapp 270 Straftaten weniger als im Vorjahr angezeigt.

Sicherheitsgefühl und Polizeipräsenz im Fokus

Zurhausen weist abschließend darauf hin, dass der Kriminalitätsbericht die angezeigten Straftaten objektiv darstellt und eine positive Entwicklung zeigt. Allerdings könne die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger von diesen Statistiken abweichen. „Das Sicherheitsgefühl ist ernst zu nehmen“, sagt die Polizeipräsidentin. „Ein besonderer Schwerpunkt wird in diesem Jahr sein, Sicherheit sichtbarer zu machen, indem wir bestehende Präsenzmaßnahmen ausweiten. Wir wollen die Sicherheit auf den Straßen und Plätzen noch mehr in den Fokus nehmen.“

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

» Weitere Polizeimeldungen aus Nordrhein-Westfalen