Linnemann: Krankenkassen-Zusatzbeitrag bleibt 2027 stabil

via dts Nachrichtenagentur

Der durchschnittliche Krankenkassen-Zusatzbeitrag kann im kommenden Jahr stabil bleiben. Das ist das Ergebnis des GKV-Schätzerkreises, der die Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung analysiert hat. Die Ausgaben der Krankenkassen werden demnach im kommenden Jahr wesentlich geringer ansteigen als noch im laufenden Jahr.

„Wir haben unser wichtigstes Ziel erreicht: Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bleibt im kommenden Jahr stabil“, erklärte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). „Nach wiederholten Beitragserhöhungen ist das ein gutes Zeichen.“

Linnemann warnt jedoch vor Illusionen: „Denn klar ist auch: Die Finanzlage der Krankenkassen bleibt trotz Reform angespannt. Wir müssen die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung lösen und ihre Finanzierung dauerhaft auf eine solide Grundlage stellen.“

Seit 2024 wurde eine Ausgabendynamik von knapp acht Prozent pro Jahr verzeichnet. Für das laufende Jahr wird mit einem überdurchschnittlichen Ausgabenanstieg von knapp sieben Prozent gerechnet. Im kommenden Jahr soll der Ausgabenanstieg voraussichtlich auf unter drei Prozent fallen. Damit erreiche das Ausgabenwachstum erstmals seit drei Jahren wieder ein Niveau, das durch die Einnahmezuwächse finanziert werden kann.

Hauptverantwortlich für diese Stabilisierung ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG). Das Gesetz entlaste die Krankenkassen im kommenden Jahr um bis zu 15 Milliarden Euro auf der Ausgabenseite.

Der GKV-Schätzerkreis besteht aus Fachleuten des Bundesamtes für Soziale Sicherung, des GKV-Spitzenverbandes und des Bundesgesundheitsministeriums. Seine Aufgabe ist es, die Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung zu prognostizieren. Auf dieser Grundlage gibt das BMG den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bis zum 1. November bekannt.

Die Beitragssätze hängen maßgeblich davon ab, wie sich die Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen entwickeln. Seit 2022 hat sich der durchschnittliche ausgabendeckende Zusatzbeitragssatz von 1,3 Prozent auf 2,9 Prozent mehr als verdoppelt. Der Grund: Die Ausgaben in nahezu allen Leistungsbereichen des Gesundheitswesens sind stärker gestiegen als die beitragspflichtigen Einnahmen.

Weitere Reformen sind geplant: Die Finanzkommission Gesundheit soll bis Ende 2026 Reformvorschläge für mittel- bis langfristige Strukturreformen in der Krankenversicherung vorlegen. Auf dieser Basis will die Bundesregierung neben bereits angestoßenen Maßnahmen wie der Notfallreform weitere Schritte zu einer nachhaltigen finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ergreifen.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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