Nach dem versuchten Tötungsdelikt auf dem Arsenalplatz in Lutherstadt Wittenberg am 10. September 2026 bitten Staatsanwaltschaft und Polizei Zeugen, Bild- oder Videoaufnahmen von der Tat zur Verfügung zu stellen.
Ein 30-Jähriger war damals gegen 17:40 Uhr von mehreren Personen angegriffen worden. Die Angreifer traten und schlugen auf ihn ein, einer von ihnen setzte einen messerähnlichen Gegenstand ein und verletzte das Opfer im Bereich des Oberkörpers mit mehreren potentiell lebensbedrohlichen Stichverletzungen. Der 30-Jährige flüchtete eigenständig in das nahegelegene Polizeirevier, die Täter verfolgten ihn noch kurzzeitig. Im Revier wurde die Stichwunde erstversorgt, dann brachte der Rettungsdienst den Mann zur stationären Behandlung in ein Klinikum, wo er operiert werden musste.
Die Polizei nahm zunächst einen 16-Jährigen vorläufig fest. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag, am 11. September 2026 ordnete die Haftrichterin am Amtsgericht Wittenberg Untersuchungshaft an. Der 16-Jährige kam in eine Jugendanstalt. Im Zuge der weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass sich der Tatverdacht gegen ihn nicht erhärtete. Am 17. September 2026 wurde er entlassen und kam wieder auf freien Fuß.
Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen führten stattdessen zur Identifizierung zweier neuer Verdächtiger. Am 2. Oktober 2026 wurden zwei 14-Jährige festgenommen. Nach ihrer Vorführung vor dem Amtsgericht Wittenberg ordnete die Ermittlungsrichterin die bereits vorab erlassenen Untersuchungshaftbefehle an. Beide Jugendliche befinden sich seither in Untersuchungshaft in einer Jugendanstalt.
So können Zeugen Aufnahmen übermitteln
Wer Bild- oder Videomaterial von der Tat besitzt, kann es über das Hinweisportal Sachsen-Anhalt einreichen (https://st.hinweisportal.de). Die Übersendung ist auch anonym möglich, ohne personenbezogene Daten angeben zu müssen.
Alternativ können Hinweise und Anhänge über das elektronische Polizeirevier (E-Revier) übermittelt werden. Auch digitale Speichermedien wie USB-Sticks oder SD-Karten mit Video- oder Fotomaterial können ohne Angabe von Personalien in den Briefkasten des Polizeireviers Wittenberg oder einer anderen Polizeidienststelle eingeworfen oder per Post versendet werden.
Wie die Nachbarkreise dastehen
Die Kriminalstatistik fasst gefährliche und schwere Körperverletzungen zu einer Gruppe zusammen. Im Landkreis Wittenberg kamen 2025 auf 100.000 Einwohner 176 gefährliche und schwere Körperverletzungen. Am höchsten fällt der Wert unter den Nachbarkreisen in Dessau-Roßlau aus: 253 Fälle je 100.000 Einwohner. Landesweit sind es 230.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts 2025; Kreisgrenzen © GeoBasis-DE / BKG (2026).
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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