Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Wuppertal haben am Donnerstag eine groß angelegte Aktion gegen organisierte Abrechnungsbetrüger im Gesundheitswesen durchgeführt. Über 200 Polizistinnen und Polizisten durchsuchten zeitgleich 13 Objekte in Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hagen, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Mettmann, Monheim, Hürth und Kelsterbach (Hessen). Es geht um den Verdacht des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Abrechnungsbetrugs, Geldwäschedelikte sowie Steuerdelikte und das Vorenthalten von Arbeitsentgelt.
Gegen insgesamt 13 Beschuldigte wird bereits seit Dezember 2025 ermittelt. Sie sollen gemeinschaftlich Leistungen für ambulante Intensivpflege abgerechnet haben, die sie gar nicht oder nicht vollständig erbracht haben. Teilweise soll das Personal für diese Leistungen nicht ausreichend qualifiziert gewesen sein. Der Gesamtschaden liegt nach derzeitigem Erkenntnisstand bei rund elf Millionen Euro.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um türkische, marokkanische, ägyptische und deutsche Staatsangehörige im Alter zwischen 20 und 54 Jahren, teilweise mit doppelter Staatsangehörigkeit.
Ein Haftbefehl gegen eine 39 Jahre alte türkische Staatsangehörige wurde vollstreckt. Gegen ihren 44 Jahre alten deutschen Ehemann konnte der Tatverdacht erhärtet werden; ein Haftbefehl wurde beantragt und er wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt. In einem der durchsuchten Objekte trafen die Beamten zudem auf eine 54 Jahre alte Frau mit georgischer Staatsangehörigkeit, die sich illegal in Deutschland aufhielt und arbeitete. Sie wurde festgenommen.
In einer Wohnung in Düsseldorf fanden die Einsatzkräfte ein pflegebedürftiges Kind vor, das sich in sehr schlechtem Gesundheitszustand befand. Der Rettungsdienst wurde sofort angefordert. Das Kind wurde zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Kinderschutzbund und das Jugendamt wurden informiert.
Umfangreiches Beweismaterial in analoger und digitaler Form wurde sichergestellt, darunter auch ein vermutlich zur Fälschung von Verordnungen genutzter Arztstempel. Die Ermittler arrestierten Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro: mehrere hochwertige Kraftfahrzeuge (Maybach, Mercedes AMG und Lamborghini), etwa 51.000 Euro Bargeld, Gold im Wert von circa 10.000 Euro, Schmuck im Wert von etwa 265.000 Euro, hochpreisige Taschen im Wert von circa 16.000 Euro und hochpreisige Uhren im Wert von etwa 140.000 Euro. Zusätzlich wurden Sicherungshypotheken in Höhe von 3,3 Millionen Euro in die Grundbücher der Immobilien der Beschuldigten eingetragen.
Bei den Hauptbeschuldigten in Mettmann entdeckten die Beamten eine scharfe Schusswaffe mit Munition, Marihuana und Anabolika. Die Ermittlungen dauern an.
Betrugsfälle in Düsseldorf: der Vergleich mit Land und Bund
In Düsseldorf zählte die Polizei 2025 11.733 Betrugsfälle, das sind 1.896 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unsere Stadt deutlich schlechter als im restlichen Bundesland, wo 946 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 770.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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