Operation Herakles: Fast 10.000 Betrüger-Rufnummern abgeschaltet

Titelbild PM Herakles

Im Kampf gegen Cyber-Anlagebetrug haben deutsche und österreichische Behörden einen massiven Schlag gegen internationale Betrüger gelandet. Das Cybercrime-Zentrum (CCZ) bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg haben in den vergangenen drei Monaten 9.304 deutsche Telefonnummern identifiziert und abgeschaltet, die Kriminelle für Betrugsstraftaten nutzten. Damit wurden seit Beginn der „Operation Herakles“ insgesamt 13.888 Rufnummern stillgelegt – 13.397 deutsche und 491 österreichische.

An der Großoperation beteiligt waren das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), die Bundesnetzagentur (BNetzA) und das österreichische Bundeskriminalamt. Die Maßnahmen richteten sich gegen Täter, denen die Verabredung zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug vorgeworfen wird.

Die Bafin spielte eine Schlüsselrolle: Sie ermittelte gegen illegale Cyber-Trading-Geschäfte und lieferte mit ihren Erkenntnissen entscheidende Informationen zur Identifizierung verdächtiger Telefonnummern. Die Bundesnetzagentur ergriff daraufhin aufsichtsrechtliche Maßnahmen gegen Telekommunikationsunternehmen. Diese wurden verpflichtet, die identifizierten Nummern abzuschalten, ihre Registrierungsprozesse zu verbessern und die Compliance-Kontrollen ihrer Vertriebspartner und Händler zu verstärken.

Mit der Operation Herakles verfolgen die beteiligten Behörden erstmals ein abgestimmtes strategisches Ziel: Sie wollen die kriminelle Infrastruktur systematisch schwächen und Täter aus Deutschland verdrängen. Bereits im Juni 2025 nahmen die Behörden über 2.200 verdächtige Domains vom Netz. Im Oktober 2025 folgten rund 3.500 weitere abgeschaltete Rufnummern. Die Behörden kündigten an, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen und weitere Maßnahmen gegen Cyber-Trading-Betrug zu ergreifen.

Cyber-Trading-Fraud hat sich in den letzten Jahren zu einem Massenphänomen mit industriellem Ausmaß entwickelt, mit stetig steigenden Fallzahlen und Schadensummen. Die Bafin und die Polizei raten Verbrauchern: Informieren Sie sich genau über Trading-Plattformen, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, geben Sie keine vertraulichen Daten preis und übermitteln Sie keine Kopien von Ausweisdokumenten oder Zahlungskarten. Im Betrugsfall sollten Geschädigte Anzeige erstatten. Vor Investitionen empfehlen die Behörden, zu prüfen, ob ein Unternehmen eine entsprechende Zulassung besitzt. Die Verbraucherzentrale und unabhängige Finanzberater können Angebote überprüfen.


Betrugsfälle in Baden-Württemberg: der Vergleich mit dem Bund

Die Polizei zählte 2025 landesweit 74.294 Betrugsfälle, das sind 661 auf 100.000 Einwohner. Damit steht Baden-Württemberg besser als der Bundesdurchschnitt, wo 770 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Gezählt wird Betrug nach den §§ 263 ff. StGB.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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