Polizei fahndet nach Trickdieben: 92-Jährige um Geldkassette betrogen

Tatverdächtiger in Sachen Akkordeonsuche per Inserat Foto: Polizei (freigegeben)

Die Polizei sucht nach zwei Männern, die Anfang März eine 92-jährige Rentnerin in Bilsen um eine Geldkassette gebracht haben. Die Beamten veröffentlichen nun Fahndungsfotos und bitten die Bevölkerung um Hinweise.

Am 4. März war die Seniorin auf eine Zeitungsannonce aufmerksam geworden, in der jemand ein Akkordeon suchte. Nach einem Telefonat mit dem vermeintlichen Anzeigenaufgeber erschienen zwei Männer an ihrer Haustür. Unter einem Vorwand lockte einer der Täter die betagte Dame ins Obergeschoss, während der andere im unteren Flur blieb. Nachdem die Rentnerin den beiden das Akkordeon und ein Keyboard ausgehändigt hatte, verließen sie das Haus – nicht ahnend, dass sie zuvor eine Geldkassette aus dem Wohnzimmer entwendet hatten. In der Kassette befanden sich Bargeld, wichtige Dokumente und ein Autoschlüssel.

Der erste Tatverdächtige soll etwa 1,75 Meter groß, zwischen 25 und 30 Jahren alt und von kräftiger Statur gewesen sein. Er hatte einen gebräunten Hautteint. Die zweite Person wirkte athletisch muskulös und wurde ansonsten identisch beschrieben.

Die umfangreichen Ermittlungen der Polizei führten bislang nicht zur Identifizierung der beiden Tatverdächtigen. Allerdings liegt ein Foto vor: Der Mann, der die Annonce in einem Zeitungsverlag in Eckernförde aufgab, ist auf einem Lichtbild dokumentiert. Die Annonce wurde offenbar landesweit geschaltet. Ob dieser Mann auch bei der Tat in Bilsen beteiligt war oder als Vermittler fungierte, ist noch unklar.

Die Betrügerbande war in der Region aktiv. Zwei weitere Taten ereigneten sich ebenfalls Anfang März im Kreis Steinburg: In Oldendorf erbeuteten die Täter zwei hochwertige Armbanduhren. In Heiligenstedtenerkamp scheiterte ein ähnlicher Betrugsversuch an der Haustür – dort konnten Zeugen einen schwarzen PKW mit Kieler Kennzeichen beobachten.

Die Polizeistation Quickborn sucht nach weiteren möglichen Opfern und Zeugen. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 04106 63000 oder per E-Mail an quickborn.pst@polizei.landsh.de entgegen.

Ermittler warnen vor dieser Betrugsmethode: Suchanzeigen nach älteren oder antiken Gegenständen sind häufig nicht echt. Täter geben vor, Stickereien, Porzellan, Pelze oder alte Musikinstrumente zu suchen – und zielten damit gezielt auf ältere Menschen ab, um in deren Haushalte zu gelangen. Die Polizei empfiehlt: Niemanden in die eigene Wohnung lassen, besonders nicht wenn mehrere Personen erscheinen. Inserate kritisch hinterfragen, niemals am Telefon über Vermögenswerte sprechen und Übergaben nur an neutralen, öffentlichen Orten vereinbaren. Im Zweifelsfall sollte die Polizei benachrichtigt werden.

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