In Altrip und Schifferstadt häufen sich derzeit betrügerische Telefonanrufe. Unbekannte geben sich als Amtsträger aus, täuschen Notlagen vor oder versprechen Gewinne – mit dem Ziel, ihre Opfer zur Zahlung zu bewegen.
Die Täter agieren mit geschickter Gesprächsführung und passen ihre Methoden ständig an die Situation an. Sie manipulieren ihre Opfer derart, dass diese teilweise erhebliche Geldbeträge überweisen oder Wertgegenstände persönlich übergeben. Es kann jeden treffen.
Typische Betrugsmuster
Bei Gewinnversprechungen rufen die Betrüger an und teilen mit, dass man bei einem Gewinnspiel gewonnen hat. Zur Auszahlung sollen jedoch Gebühren, Steuern oder andere Kosten im Voraus gezahlt werden. Die Opfer sollen überweisen oder Bezahlungen über Pay-Karten wie Google-Play-Karten vornehmen und die Codes telefonisch übermitteln.
Andere geben sich am Telefon als Notare, Gerichtsvollzieher oder Rechtsanwälte aus und versuchen, den Angerufenen zu Zahlungen zu bewegen.
Besonders perfide ist die Methode der falschen Polizeibeamten: Die Täter erklären, dass es in der Nähe zu Einbruchsdiebstählen gekommen sei und warnen vor Einbrüchen in das Haus oder die Wohnung des Angerufenen. Um Geld und Wertgegenstände sicher zu lagern, sollen diese einem Boten übergeben werden, der sie zur Polizei oder zum Amtsgericht bringt. Die Täter nutzen dabei eine Technik, die auf der Telefonanzeige die Nummer einer Polizeidienststelle oder eine andere örtliche Nummer erscheinen lässt. Ein neues Vorgehen: Wenn der Angerufene misstrauisch wird und einen Streifenwagen verlangt, meldet der Täter bei der Polizei eine angebliche Schlägerei in der Wohnstraße, woraufhin tatsächlich ein Streifenwagen vorbeifährt.
Beim sogenannten Enkeltrick rufen Betrüger meist ältere Menschen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht – etwa ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt, oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er aufgefordert, zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben.
Eine neue Variante: Die Opfer erhalten per WhatsApp oder SMS von einer unbekannten Nummer eine Mitteilung eines nahen Verwandten. Als Begründung für die neue Nummer wird angegeben, dass das alte Handy defekt sei. Im weiteren Verlauf wird um Begleichung dringender Rechnungen gebeten.
Es gibt auch eine Kombination aus falschen Polizeibeamten und Enkeltrick: Zunächst ruft jemand an, der sich als Enkel, Kind oder sonstiger Verwandter ausgibt und erklärt, dass etwas Schlimmes passiert sei – etwa ein Autounfall mit Todesfolge. Kurze Zeit später ruft ein anderer Täter an, der sich als Amtsperson ausgibt und erklärt, dass der Angehörige eine Kaution benötige für den Haftrichter, um beispielsweise eine Inhaftierung zu vermeiden.
Auch falsche Microsoft-Mitarbeiter sind aktiv: Sie rufen an und geben sich als Mitarbeiter des technischen Supports aus. Sie erklären oft auf Englisch oder in gebrochenem Englisch, dass sich auf dem Computer ein Virus befinde. Sie bieten Hilfe an und wollen Fernzugriff auf das Gerät erhalten. Falls der Angerufene dies zulässt, gelangen die Täter an persönliche Daten wie Passwörter für das Online-Banking.
Hinweise der Polizei für Bürgerinnen und Bürger
Beachten Sie, dass die Polizei Sie nie unter der 110 kontaktiert. Wenn Sie im Gespräch aufgefordert werden, die 110 über die Rückruftaste zu wählen, legen Sie auf und wählen Sie die Nummer selbst. Bei verdächtigen Anrufen legen Sie einfach den Hörer auf.
Geben Sie keine persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Bankverbindungen oder Vermögensverhältnisse an fremde Personen heraus. Die Polizei schickt keine Zivilkräfte, um Geld oder Wertsachen abzuholen und vorsorglich in Verwahrung zu nehmen.
Lassen Sie Ihre Telefonnummer aus den Telefonverzeichnissen löschen. Bringen Sie verdächtige Anrufe bei der nächsten Polizeidienststelle oder per Onlinewache zur Anzeige.
Bei Anrufen von falschen Microsoft-Mitarbeitern: Installieren Sie bei einem Telefonat keine Fremdsoftware auf Ihrem Gerät. Wenn Sie eine verdächtig wirkende E-Mail oder SMS erhalten, löschen Sie sie. Öffnen Sie auf keinen Fall in den Nachrichten enthaltene Links. Sollte der Anrufer dennoch Zugriff auf Ihr Gerät bekommen haben, trennen Sie bestenfalls Ihren PC vom Internet oder ändern Sie anschließend alle Passwörter und Zugangsdaten.
Aufgefordert zur Mithilfe
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Unterstützung: Haben Sie gerade im Bereich Altrip und Schifferstadt etwas Ungewöhnliches beobachtet? Kam Ihnen etwas komisch vor? Haben Sie den Verdacht, dass in Ihrem Umfeld ein solcher Betrugsfall stattfindet?
Besonders relevant für Taxifahrerinnen und Taxifahrer sowie Bankmitarbeiterinnen und Bankmitarbeiter: Sind Sie gerade mit einer älteren Person unterwegs, die zu einer Bank fahren möchte, um Geld abzuheben? Oder sollen Sie einer älteren Person einen ungewöhnlich hohen Geldbetrag von ihrem Konto auszahlen? Wenn Ihnen die Situation verdächtig vorkommt, rufen Sie bitte die 110. Im besten Fall stellt sich der Sachverhalt als harmlos heraus. Im Zweifelsfall könnten Sie aber eine Straftat vereiteln und Mitbürgerinnen und Mitbürger vor großem Schaden bewahren.
Rückfragen beantwortet die Polizeiinspektion Schifferstadt unter der Telefonnummer 06235-495-4210 oder -0 sowie per E-Mail an pischifferstadt@polizei.rlp.de.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Rheinland-Pfalz
Auch aus Rheinland-Pfalz:
Mehr Polizeimeldungen: