Die Polizeidirektion Kiel warnt vor einer Welle von Betrugnanrufen. Betrüger geben sich dabei als Polizeibeamte oder Familienangehörige aus und versuchen, ihre Opfer zur Zahlung von Geld oder zur Herausgabe von Wertgegenständen zu bewegen. Besonders auffällig: Aktuell sind insbesondere russischstämmige Menschen betroffen.
Die Täter haben ihre Maschen in den letzten Wochen verändert und täuschen unterschiedliche Notlagen vor. In einem Fall geben sie vor, dass ein Familienangehöriger einen Verkehrsunfall verursacht hat. Der Anrufer weint am Telefon, gibt sich als Familienmitglied aus und behauptet, dringend Geld für Unfallkosten oder angebliche Geldstrafen und Kautionen zu benötigen. Teilweise wird das Gespräch dann an einen vermeintlichen Polizeibeamten übergeben. Die Täter sprechen überwiegend russisch und kontaktieren russischstämmige Menschen.
In anderen Fällen geben sich die Betrüger als Arzt aus und täuschen eine schwere Erkrankung vor, für die angeblich ein teures Medikament nötig sei. Oder sie treten am Telefon als Polizeibeamte auf und behaupten, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde. Unter dem Vorwand von Schutzmaßnahmen befragen sie die Angerufenen nach vorhandenen Wertgegenständen.
Gestern Vormittag wurde eine 85-jährige Frau aus Gaarden Opfer eines solchen Schockanrufs. Die russischstämmige Seniorin, die nur bedingt der deutschen Sprache mächtig ist, erhielt gegen 9 Uhr einen Anruf eines vermeintlichen russischen Polizisten. Dieser teilte mit, dass ihre Tochter und ihr Schwiegersohn einen schweren Verkehrsunfall in St. Petersburg verursacht hätten und alle Beteiligten schwer verletzt seien. Die Geschädigte müsse eine Kaution zahlen. Das gesamte Gespräch fand auf Russisch statt. Die Frau übergab anschließend einem Kurier einen hohen vierstelligen Bargeldbetrag. In den letzten Tagen gab es mehrere ähnliche Anrufe mit diesem Modus Operandi. Glücklicherweise blieb es in diesen Fällen bei Versuchstaten.
So schützen Sie sich vor Betrügern
Die Polizei betont: Die echte Polizei nimmt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung, Überprüfung oder um eine Haftstrafe zu vermeiden an. Täter, die sich als Polizeibeamte ausgeben, gehen oft hochprofessionell vor und führen lange Gespräche mit unterschiedlichen Gesprächspartnern. Teilweise verpflichten sie die Angerufenen zur Verschwiegenheit und drohen mit strafprozessualen Maßnahmen, falls die Person mit anderen über den Anruf spricht.
Die Polizei rät: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Beenden Sie verdächtige Anrufe eigenhändig und wählen Sie selbst die 110. Seien Sie misstrauisch, wenn vermeintliche Angehörige kurzfristig Geld für größere Anschaffungen benötigen – beenden Sie das Gespräch und rufen Sie Ihre Angehörigen unter deren bekannten Nummern zurück. Bei Gewinnversprechen prüfen Sie, ob Sie tatsächlich an einem Preisausschreiben teilgenommen haben. Gehen Sie nicht in Vorleistung. Überlegen Sie auch, ob ein Eintrag in Telefonbüchern oder Online-Datenbanken wirklich nötig ist – kürzen Sie notfalls Ihre Vornamen mit dem Anfangsbuchstaben ab.
Weitere Präventionshinweise bietet die Landespolizei Schleswig-Holstein auf ihrer Webseite.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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