Polizeipräsident Andreas Stüve hat am Mittwoch (15. April) im Essener Polizeipräsidium vier Bürgerinnen und Bürger für besondere Zivilcourage ausgezeichnet. Die Geehrten hatten im vergangenen Jahr durch mutiges Eingreifen anderen Menschen das Leben gerettet oder in Notlagen geholfen.
„Was Sie getan haben, ist nicht selbstverständlich“, würdigte Stüve die vier Preisträger, die am Mittwochnachmittag zur Ehrung ins Polizeipräsidium gekommen waren. Sascha-Daniel M. rettete im Juli 2025 drei Kinder aus dem Niederfeldsee in Essen-Altendorf. Der Essener bemerkte, dass die drei, sieben und neun Jahre alten Kinder beim Spielen plötzlich regungslos auf dem Bauch im Wasser trieben. Er reagierte sofort, ging selbst in den See und brachte alle drei in Sicherheit. Die Kinder waren kurzzeitig bewusstlos, das dreijährige Mädchen reanimierte Sascha-Daniel M. erfolgreich.
Hannah S. und Enrico P. leisteten am 5. September Erste Hilfe, nachdem ein Schüler eines Essener Berufskollegs mehrfach mit einem Messer auf seine Lehrerin eingestochen hatte. Die beiden jungen Erwachsenen trafen kurz nach der Tat auf dem Schulflur auf die verletzte Lehrerin und kümmerten sich um sie, obwohl sie nicht ausschließen konnten, dass der Tatverdächtige zurückkehrt. „Doch, aber wir haben trotzdem geholfen“, antworteten sie auf die Frage des Polizeipräsidenten, ob sie keine Angst gehabt hätten.
Angelina A. zeigte am 17. September großen Einsatz bei einem schweren Verkehrsunfall in Essen-Kupferdreh. Eine 84-jährige Fußgängerin war von einem Lkw überrollt und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Angelina A. eilte zusammen mit anderen Pflegekräften, die gerade in der Nähe eine Fortbildung besuchten, zum Unfallort. Sie nutzte zwei Gürtel, um die Leistenarterien der Verletzten abzubinden, während weitere Ersthelfer versuchten, die Frau zu reanimieren. „Wir hatten zum Glück das richtige Know-How um der Frau zu helfen“, sagte sie bei der Preisverleihung. „Selbst für uns als Profis war das etwas Besonderes.“ Trotz aller Bemühungen starb die Seniorin zwei Wochen später im Krankenhaus.
„Wer anderen Menschen derart hilft, wie Sie es getan haben, verdient es, besonders geehrt zu werden. Sie sind Vorbilder. Ich danke Ihnen für Ihren Mut und Ihr Engagement“, betonte Stüve. Die vier Geschichten zeigten, dass sich Zivilcourage auf ganz unterschiedliche Art zeigen könne. „Manchmal reicht es schon, nicht wegzuschauen, Hilfe zu holen oder den Notruf zu wählen. Aber Sie haben noch viel mehr getan, dafür haben Sie meinen größten Respekt“, schloss der Polizeipräsident die Ehrung ab.