Eine Radsportgruppe der Polizei Hamburg ist auf ihrer Deutschlandtour unterwegs, um auf die Situation von Verbrechensopfern aufmerksam zu machen und Spenden für den WEISSEN RING zu sammeln. Am Dienstag machte das Team in Dortmund Halt – eine von fünf Stationen auf der Strecke von Hamburg nach Mainz, die auch Bremen, Osnabrück, Köln und Koblenz umfasst.
„Mit unserer Aktion möchten wir auf die Situation von Verbrechensopfern und die Hilfe durch den WEISSEN RING aufmerksam machen“, erläutert der Kriminalbeamte Oliver Joneleit, Tourenplaner der Radsportgruppe. „Die Radtour soll außerdem ein Zeichen gegen Gewalt sein.“
Der WEISSE RING wurde vor 50 Jahren in Mainz vom Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann und anderen gegründet, um Opfer von Straftaten zu unterstützen. Die Außenstelle Dortmund betreut mit ihren 16 Ehrenamtlichen jedes Jahr etwa 300 Betroffene – überwiegend Opfer von häuslicher Gewalt, Körperverletzung und Sexualdelikten. Auch Präventionsprojekte spielen in der Arbeit eine große Rolle.
Volker Marek vom WEISSEN RING Dortmund war beim Eintreffen der Radsportgruppe am Polizeipräsidium dabei: „Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nicht nur Urlaub für die Tour genommen, sie bezahlen auch ihre Übernachtungen selbst. Dass diese Leute mit so viel Engagement und Begeisterung auf unsere wichtige Arbeit hinweisen, ist einfach großartig!“
Thomas Krebs, stellvertretender Leiter des Kriminalkommissariats Prävention und Opferschutz in Dortmund, gehörte zum Empfangskomitee: „Wir finden es toll, dass die Kolleginnen und Kollegen auf die wichtige Arbeit des Vereins hinweisen. Unser Kommissariat arbeitet seit Jahren vertrauensvoll im Sinne der Opfer mit dem örtlichen WEISSEN RING zusammen, und wir sind froh, dass es dieses ehrenamtliche Engagement gibt.“
Am Mittwochmorgen wollten die 16 Radsportler die dritte Etappe in Angriff nehmen – 89 Kilometer nach Köln. Am Samstagnachmittag werden sie am Jubiläums-Festakt des Vereins in Mainz teilnehmen.
In Westfalen-Lippe haben sich im vergangenen Jahr 2206 Opfer von Straftaten an den WEISSEN RING gewandt – sechs Prozent mehr als im Jahr davor. In der Mehrzahl waren es Mädchen und Frauen. Sexualdelikte (609 Fälle), häusliche Gewalt (476), Körperverletzungen (322) und Stalking (145) führten die Liste der Delikte an. Auch nach 56 Tötungsdelikten berieten die Ehrenamtler Hinterbliebene oder Ersthelfer.
Der Verein berät Betroffene zu den Möglichkeiten des Opferentschädigungsgesetzes, weist auf Therapieangebote in der Region hin, bezahlt im Einzelfall eine anwaltliche Erstberatung und begleitet Opfer auf deren Wunsch zur Polizei oder zum Gerichtstermin. Eine Anzeige bei der Polizei ist nicht erforderlich – Opfer können sich unverbindlich und kostenlos beraten lassen. Aktuell engagieren sich in Westfalen-Lippe etwa 300 Frauen und Männer ehrenamtlich in 26 Außenstellen.
Weitere Informationen zur Jubiläumstour finden sich auf der Website radsport-weisser-ring.de.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Nordrhein-Westfalen
Auch aus Nordrhein-Westfalen:
Mehr Polizeimeldungen: