Russischsprachige Callcenter-Betrüger erbeuten hohe Summen in Regensburg und Amberg

(Symbolbild)

Betrüger haben mit einer neuen Variante des Callcenter-Betrugs am Montag, 27. April 2026, in Regensburg und Amberg gezielt russischsprachige Senioren um hohe Geldbeträge gebracht. Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor der Masche „Russische Callcenter“, bei der die Täter ihre Opfer in russischer Sprache kontaktieren und mit Schockanrufen zur Geldübergabe drängen.

In Regensburg fiel eine russischsprachige Seniorin aus der Friedrich-Ebert-Straße am Montagnachmittag auf den Betrug herein. Ein falscher Polizist rief sie auf Russisch an und behauptete, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn seien in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden. Für die Freilassung müsse eine Kaution gezahlt werden. Ein Geldabholer kam dreimal zu ihrer Wohnung und erbeutete insgesamt einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag. Erst eine Stunde nach der letzten Geldübergabe erkannte die Tochter der Geschädigten den Betrug und rief die Polizei.

Ebenfalls am Montagnachmittag wurden in der Prüfeninger Straße in Regensburg ein ukrainisch-deutsches Ehepaar (89 und 84 Jahre alt) Opfer der Betrüger. Gegen 13:30 Uhr erhielten sie einen russischsprachigen Schockanruf, in dessen Folge sie eine niedrige vierstellige Summe an die Täter übergaben.

In Amberg traf es am gleichen Tag eine 68-jährige Deutsche mit kasachischen Wurzeln. Zwischen 16 Uhr und 21:30 Uhr rief ein unbekannter Täter die Frau auf Russisch an und forderte unter dem Vorwand des Schockanrufs und einer Kautionszahlung Geld. Die 68-Jährige übergab einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag an einen Abholer. Erst nach der Übergabe erkannte die eintreffende Tochter den Betrug.

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg bittet um Zeugenhinweise für den Zeitraum zwischen 17:30 Uhr und 19:00 Uhr am 27. April und ist unter der Telefonnummer 0941/506-2888 erreichbar. Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg sucht Zeugen, die am Montagabend zwischen 16 Uhr und 21:35 Uhr im Bereich Schlachthaussstraße/Florianstraße/Amselweg/Lerchenstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie ist unter 09621/890-0 zu erreichen.

Ein Zusammenhang zwischen den drei Fällen wird derzeit geprüft. Die Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg und Amberg stehen in engem Austausch. Deutschlandweit wurden bereits Fälle mit dieser Betrugsmasche erfasst, in der Oberpfalz aber bislang noch nicht. Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen und rät, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen.

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