Die Dürresituation in Schleswig-Holstein zeigt ein geteiltes Bild: Während die westlichen Küstenregionen weiterhin ausreichend Bodenfeuchtigkeit aufweisen, verschärft sich die Trockenheit im östlichen Landesteil dramatisch. Der aktuelle UFZ Dürremonitor vom 1. Mai 2026 dokumentiert dort bereits außergewöhnliche Dürrebedingungen.

Besonders alarmierend ist die Lage im östlichen Holstein und in Teilen der Holsteinischen Schweiz, wo der Soil Moisture Index bereits dunkelrote Werte erreicht – ein Zeichen für außergewöhnliche Dürre. Diese kritischen Bereiche erstrecken sich von der Region um Plön bis nach Ostholstein. Im Kontrast dazu zeigen die Westküste und große Teile Nordfrieslands noch normale bis leicht feuchte Bodenverhältnisse. Der Übergang zwischen den beiden Extremen verläuft etwa entlang einer Nord-Süd-Linie durch die Mitte des Bundeslandes.
Die Wetterdaten der vergangenen Woche verstärken die Sorge: Mit null Millimetern Niederschlag und Höchsttemperaturen von bis zu 25,5 Grad Celsius herrschten ideale Bedingungen für eine weitere Austrocknung der Böden. An der Dürresituation wird auch der für die kommenden drei Tage angekündigte Regen mit 10,7 Millimetern wenig ändern – denn diese Mengen reichen nicht aus, um die tieferen Bodenschichten zu erreichen und die monatelang entstandenen Wasserdefizite auszugleichen.
Für die Landwirtschaft im Osten Schleswig-Holsteins bedeuten diese Bedingungen erhebliche Herausforderungen. Getreideanbau und Weidewirtschaft leiden unter dem Wassermangel, während die Waldbrandgefahr steigt. Die Wasserversorger müssen in den betroffenen Gebieten mit einem deutlich erhöhten Verbrauch rechnen. Im Gegensatz dazu können die Landwirte an der Westküste weiterhin auf ausreichende natürliche Bodenfeuchtigkeit setzen.
Den aktuellen Wetterbericht für Schleswig-Holstein finden Sie hier.