Schockanrufe im Saarland: Betrüger erbeuten Bargeld von Senioren

Quelle: MIBS / Polizei Saarland

Die saarländische Polizei warnt erneut vor einer massiven Welle von Schockanrufen. In den vergangenen Tagen registrierte die Landespolizeidirektion zahlreiche Fälle dieser Betrugsmasche. Bei mehr als 20 Versuchen seit dem 30. September 2026 gelang es den Betrügern in drei Fällen, ihre Opfer zur Geldübergabe zu bewegen. Die erbeuteten Geldbeträge lagen im mindestens niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich.

Die drei erfolgreichen Betrügereien ereigneten sich am Donnerstag in den Landkreisen Saarlouis und St. Wendel. In allen Fällen übergaben die Geschädigten das Bargeld an der eigenen Haustür an einen vermeintlichen Boten. Alle drei Opfer waren Männer im Alter zwischen 73 und 87 Jahren. Auch bei den mehr als 20 Versuchstaten handelte es sich ausnahmslos um Herren dieser Altersgruppe.

Die Betrüger geben sich dabei am Telefon als enge Verwandte aus – etwa als Kinder oder Enkel – oder täuschen vor, Polizeibeamte zu sein. Sie erfinden eine Notsituation: ein schwerer Verkehrsunfall mit schwer verletzten oder getöteten Personen, bei dem ein enger Verwandter der angerufenen Person der Unfallverursacher sein soll. Um zu verhindern, dass dieser sofort verhaftet wird, fordern sie eine Kaution am Telefon. Diese wird dann angeblich von Geldboten – häufig als falsche Polizeibeamte ausgegeben – an der Haustür oder an einem neutralen Ort abgeholt.

So schützen Sie sich vor Schockanrufen

Die Landespolizeidirektion des Saarlandes gibt folgende Hinweise, um nicht Opfer dieser Betrugsmasche zu werden: Die Polizei nimmt weder Wertgegenstände noch Bargeld entgegen. Sollten Anrufer Geld, Schmuck oder Wertgegenstände fordern, legen Sie sofort auf und nehmen Sie bei weiteren Anrufversuchen nicht mehr ab. Legen Sie auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft, und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Überprüfen Sie, wenn möglich, die Informationen des Anrufers. Nehmen Sie mit Angehörigen oder einer Vertrauensperson Kontakt auf oder rufen Sie die Polizei unter einer Ihnen bekannten Nummer oder der 110 an – nutzen Sie nicht die Rückruffunktion. Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. Übergeben oder überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Personen oder Konten. Achten Sie auf verdächtige Fahrzeuge und Personen in Ihrer Nachbarschaft und sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen und direkten Nachbarn.

Weitere Informationen zu Enkeltrick, Schockanrufen und anderen Betrugsmaschen finden Sie unter www.polizei.saarland.de.


Wie sich die Zahlen entwickelt haben

Gegenüber 2024 hat sich die Zahl der Betrugsfälle in Saarland um 16,9 Prozent verändert, sie ist gesunken. Gezählt wurden 2025 insgesamt 4.974 Fälle. Aufgeklärt wurden davon 73,1 Prozent, bundesweit 62,6 Prozent.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

» Weitere Polizeimeldungen aus Saarland