In Schwetzingen haben zwei aufmerksame Bewohnerinnen einen Betrugversuch vereitelt. Ein 26-Jähriger und seine 17-jährige Begleiterin wurden festgenommen, nachdem sie in der Bodelschwinghstraße versucht hatten, sich als Polizeibeamte auszugeben und sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen.
Nach Angaben der Polizei klingelte der 26-Jährige am Mittwoch, 2. September 2026, am Nachmittag bei einer 85-jährigen Bewohnerin des Mehrparteienhauses. Mit einer Art Papiervisitenkarte, auf der „Polizei“ stand, gab er sich als Polizeibeamter aus. Auf diese Weise gelangte er in ihre Wohnung und befragte die Frau zu den Schließverhältnissen, ihrem Vermögen sowie zu Schmuck und Wertgegenständen im Haushalt.
Die 85-Jährige reagierte umsichtig: Sie schöpfte Verdacht und kündigte an, den Sachverhalt telefonisch bei der Polizei überprüfen zu wollen. Daraufhin verließ der Tatverdächtige sofort die Wohnung.
Unmittelbar danach versuchte er, sich bei einer 66-jährigen Bewohnerin desselben Hauses unter einem falschen Namen als Kriminalbeamter auszugeben, um auch dort Einlass zu bekommen. Die 66-Jährige durchschaute die Absicht sofort und verweigerte ihm konsequent den Zutritt.
Die 17-jährige Begleitperson stand während beider Vorfälle Schmiere und beobachtete den Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses.
Eine Streifenbesatzung des Polizeireviers Schwetzingen war im Einsatz und traf das tatverdächtige Paar in der Nähe an. Beide wurden vorläufig festgenommen und müssen sich nun wegen versuchten Betrugs verantworten. Ein Schaden entstand nicht.
Die Polizei betont, dass das entschlossene Verhalten und die kritische Nachfrage der beiden Bewohnerinnen einen möglichen Vermögensschaden verhindert haben. Der Fall zeigt, dass Betrüger gezielt ältere Menschen ins Visier nehmen.
Die Polizei gibt folgende Sicherheitshinweise: Echte Polizeibeamtinnen und -beamte weisen sich stets mit einem Dienstausweis aus – lassen Sie sich diesen genau zeigen. Bei Zweifeln rufen Sie selbst über den Notruf 110 die Polizei an, um die Identität zu überprüfen. Nutzen Sie dafür ein eigenes Telefon und nicht eine von der Besucherperson vorgeschlagene Nummer. Öffnen Sie die Tür nur angekettet oder gar nicht, wenn Sie unsicher sind. Die Polizei fragt am Telefon oder an der Haustür grundsätzlich niemals nach Vermögen, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen. Lassen Sie unangemeldete Besucherinnen und Besucher nicht vorschnell in die Wohnung – auch nicht unter Zeitdruck oder bei angeblich dringendem Anlass. Informieren Sie im Zweifelsfall Nachbarinnen und Nachbarn oder Angehörige, insbesondere wenn ältere oder alleinlebende Personen betroffen sind. Erstatten Sie bei verdächtigen Vorfällen umgehend Anzeige bei der Polizei – auch wenn kein Schaden entstanden ist.
Die Entwicklung im Rhein-Neckar-Kreis
2024 zählte die Polizei im Rhein-Neckar-Kreis 3.005 Betrugsfälle, 2025 waren es 3.208 — 6,8 Prozent mehr. Bundesweit ist die Zahl im selben Zeitraum um 7,7 Prozent gesunken.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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