Seniorin um knapp 90.000 Euro betrogen – Polizei sucht Zeugen

(Symbolbild)

Eine Seniorin ist am Freitag, 9. Oktober, Opfer eines Schockanrufs geworden. Täter erbeuteten Bargeld und Goldketten im Gesamtwert von knapp 90.000 Euro.

Gegen 19.30 Uhr kontaktierte ein unbekannter Mann die Seniorin telefonisch. Er gab sich als Arzt eines Krankenhauses in Karlsruhe aus und behauptete, ihr Sohn habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person tödlich verletzt worden sei. Um eine angebliche Inhaftierung ihres Sohnes abzuwenden, müsse sie eine Kaution bezahlen.

Gegen 21.30 Uhr übergab die Seniorin daraufhin über 67.000 Euro Bargeld an einen unbekannten Mann am Hoftor ihres Wohnanwesens. Gegen 22.30 Uhr meldeten sich die Täter erneut telefonisch und erkundigten sich nach weiteren Vermögenswerten. Die Seniorin übergab weitere 19.000 Euro Bargeld sowie drei Goldketten im Wert von etwa 3.000 Euro an einen unbekannten Abholer.

Die Polizei sucht Zeugen. Wer hat am Freitag, 9. Oktober, im Bereich der Hauptstraße zwischen der Saarstraße und der Straße Lettenberghof verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Ludwigshafen unter der Telefonnummer 0621 963-23312 oder per E-Mail KDLudwigshafen.KI3.K31@polizei.rlp.de entgegen.

Viele Opfer von Telefonbetrügern sind psychisch stark belastet. Die Scham über den erlittenen Betrug und den Verlust erheblicher Teile ihrer Ersparnisse und Altersvorsorge hält sie oft davon ab, sich Angehörigen oder der Polizei anzuvertrauen. Dabei ist wichtig zu wissen: Betroffene sind nicht allein, und sie haben sich nicht leichtfertig übers Ohr hauen lassen. Die Täter agieren äußerst trickreich und skrupellos und passen ihre Gesprächstaktiken ständig an.

Opfer von Straftaten und deren Angehörige können sich vertrauensvoll an die Opferschutzberatung unter den Telefonnummern 0621 963-21160 und 0621 963-21162 wenden. Dort erhalten sie Unterstützung, Beratung und Tipps zur Bewältigung des Erlebten sowie Informationen zu weiteren Hilfeeinrichtungen und Opferrechten.

So schützen Sie sich vor Betrugsanrufen

Die Polizei hat eine Telefonhotline zum Schutz vor Betrug eingerichtet. Unter der Nummer 0621 963-21177 können Sie sich von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr kostenlos über Betrugsdelikte informieren. Weitere Präventionstipps finden Sie im Internet unter https://s.rlp.de/93 oder www.polizei-beratung.de.

Die Polizei rät zu folgenden Verhaltensweisen:

• Die Polizei kontaktiert Sie nie unter der 110. Wenn Sie im Gespräch aufgefordert werden, die 110 über die Rückruftaste zu wählen, legen Sie auf und wählen Sie die Nummer selbst.

• Geben Sie keine persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Bankverbindungen oder Vermögensverhältnisse an fremde Personen heraus.

• Die Polizei schickt keine Zivilkräfte, um Geld oder Wertsachen abzuholen und vorsorglich in Verwahrung zu nehmen.

• Lassen Sie Ihre Telefonnummer aus den Telefonverzeichnissen löschen.

• Bringen Sie verdächtige Anrufe bei der nächsten Polizeidienststelle oder per Onlinewache zur Anzeige.


Wie sich die Zahlen entwickelt haben

Gegenüber 2024 hat sich die Zahl der Betrugsfälle in Rheinland-Pfalz um 13,8 Prozent verändert, sie ist gesunken. Gezählt wurden 2025 insgesamt 23.086 Fälle. Aufgeklärt wurden davon 69,6 Prozent, bundesweit 62,6 Prozent.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

» Weitere Polizeimeldungen aus Rheinland-Pfalz