Der geplante Staatseinstieg des Bundes beim deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS droht zu scheitern. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ein internes Regierungspapier und mehrere Insider aus Regierungskreisen.
Berlin plant eigentlich, sich an dem Rüstungsunternehmen zu beteiligen, bevor dieses an die Börse geht. Ziel ist es, nationale Sicherheitsinteressen zu wahren. Doch zentrale Fragen innerhalb der Bundesregierung sind noch ungeklärt, während der Zeitdruck steigt.
Laut dem internen Papier bestehen Frankreich und KNDS derzeit auf einer Durchführung des Börsengangs im Juni 2026. Der Zeitplan sei daher „extrem ambitioniert“. Ein Einstieg nach dem Börsengang wird in der Bundesregierung nicht als Option gesehen.
Besonders umstritten ist die Höhe des staatlichen Anteils an KNDS. Das Verteidigungsministerium drängt auf einen Einstieg mit 40 Prozent. Das Wirtschaftsministerium und das Kanzleramt plädieren dagegen für rund 30 Prozent. Deutschland will den Staatseinstieg, um KNDS nicht der vollständigen Kontrolle Frankreichs zu überlassen.
Im Verteidigungsministerium wird argumentiert, es brauche die 40 Prozent, um auf Augenhöhe zu bleiben. Auf der CDU-Seite werden dafür andere Möglichkeiten wie Vereinbarungen oder ein Stiftungsmodell gesehen. Ein zu hoher Staatsanteil wird dort als schädlich für das Unternehmen eingestuft.