Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erhöht den Druck auf Bahn-Chefin Evelyn Palla. Die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn sei inakzeptabel, sagte Schnieder dem „Handelsblatt“. Er hoffe, dass man in diesem Jahr die Talsohle im Fernverkehr erreicht habe.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im April lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr bei nur 64 Prozent. Im Jahresschnitt wäre man froh, wenn man 60 Prozent halte, räumte der Minister ein. Das Netz solle mit jeder Baumaßnahme und mit betrieblichen Änderungen zuverlässiger und damit pünktlicher werden. Das sei kein Schalter, den man nur umlegen müsse, erklärte Schnieder.
Der Minister stellte sich hinter eine Initiative der EU-Kommission, die Deutsche Bahn zur Öffnung ihrer Ticket-Plattform DB Navigator für andere Anbieter zu verpflichten. Dabei verwies er auf seine Agenda für zufriedene Kunden: In seiner Agenda stehe, dass der DB Navigator gemeinwohlorientiert genutzt werden solle. Da überschnitten sich EU-Ziele und die Vorhaben der Regierung. Dem werde sich keiner entziehen können, auch die Deutsche Bahn nicht, wenn das EU-weit die Regel werde.
Schnieder begrüßte zudem, dass das italienische Bahnunternehmen Italo in den deutschen Markt einsteigen will. Wettbewerb belebe das Geschäft und zeige, dass man an die Schiene in Deutschland glaube, sagte der CDU-Politiker. Dass es noch hake, liege am Rechtsrahmen. Rahmenverträge seien möglich, aber nicht verpflichtend. Änderungen kämen auf EU-Ebene, aber erst 2031.