Statistisches Bundesamt prognostiziert: Zahl der Privathaushalte sinkt bis 2050

via dts Nachrichtenagentur

Die Privathaushalte in Deutschland werden sich bis zum Jahr 2050 deutlich verändern. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat mit seiner Haushaltsvorausberechnung 2026 untersucht, wie sich die Zahl der Haushalte unter verschiedenen demografischen Szenarien entwickelt.

Nach moderaten Annahmen zur Geburtenrate, Lebenserwartung und Zuwanderung oder unter der Annahme einer relativ alten Bevölkerung wird die Zahl der Privathaushalte von 41,8 Millionen im Jahr 2024 um zwei Prozent bis fünf Prozent auf 40,9 bis 39,7 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen. Damit würde sich der seit der deutschen Vereinigung 1990 beobachtete kontinuierliche Anstieg der Haushalte umkehren. Nur wenn die Bevölkerung in Zukunft relativ jung bleibt – also durch deutlich steigende Geburtenraten und hohe Nettozuwanderung – würde die Zahl der Privathaushalte bis 2050 um ein Prozent wachsen und das Niveau von 2024 nicht unterschreiten.

Die neue Haushaltsvorausberechnung berücksichtigt erstmals drei verschiedene Szenarien zur künftigen Bevölkerungsentwicklung. Bei der mittleren Annahme verändern sich Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Wanderung nur moderat. Das Szenario einer relativ alten Bevölkerung geht von einer anhaltend niedrigen Geburtenrate, starkem Anstieg der Lebenserwartung und niedrigem Wanderungssaldo aus. Das Szenario einer relativ jungen Bevölkerung basiert dagegen auf deutlich steigender Geburtenrate, geringem Anstieg der Lebenserwartung und hoher Nettozuwanderung.

Ein markanter Trend zeichnet sich bei den Einpersonenhaushalten ab: Sie bilden bereits heute die größte Gruppe unter den Privathaushalten. Ihre Zahl wird von 17,9 Millionen im Jahr 2024 auf 18,5 Millionen (Szenario relativ alte Bevölkerung) bis 19,2 Millionen (Szenario relativ junge Bevölkerung) im Jahr 2050 steigen. Das bedeutet, dass dann 23 Prozent bis 24 Prozent aller Menschen in Privathaushalten alleine wohnen werden – heute sind es 21 Prozent.

Bei den 20- bis unter 40-Jährigen wird die Zahl der Einpersonenhaushalte voraussichtlich abnehmen. Gründe dafür sind der Rückgang dieser Altersgruppe in der Gesamtbevölkerung sowie tendenziell immer spätere Familiengründungen. Bei der Altersgruppe von 40 bis unter 60 Jahren fallen die Veränderungen je nach Berechnungsvariante unterschiedlich aus. Bei allen Menschen ab 60 Jahren zeigen sich in allen drei Szenarien Zuwächse bei den Einpersonenhaushalten. Besonders stark fallen diese Zuwächse bei den 60- bis unter 70-Jährigen sowie bei den Hochaltrigen ab 80 Jahren aus.

Die anderen Haushaltsgrößen entwickeln sich dagegen rückläufig: Die rund 13,6 Millionen Zweipersonenhaushalte, die 4,8 Millionen Dreipersonenhaushalte und die 3,9 Millionen Vierpersonenhaushalte des Jahres 2024 werden bei Fortsetzung der aktuellen Trends bis 2050 bei allen drei Berechnungsvarianten sinken. Ausnahme sind Haushalte mit fünf und mehr Personen: Diese wachsen unter der Annahme einer relativ jungen Bevölkerung um 3 Prozent – von 1,6 Millionen im Jahr 2024 an.

Regionale Unterschiede prägen die Entwicklung der Privathaushalte. Sie entstehen durch den aktuellen Altersaufbau und die künftige Bevölkerungsentwicklung in West- und Ostdeutschland sowie den Stadtstaaten. In den westdeutschen Flächenländern und Stadtstaaten unterscheidet sich die Entwicklung der Gesamtzahl der Privathaushalte bis 2050 stark zwischen den einzelnen Vorausberechnungsvarianten. In den ostdeutschen Flächenländern dagegen nimmt die Zahl der Privathaushalte bei jeder der drei betrachteten Varianten ab. Am stärksten wäre der Rückgang im Szenario einer relativ alten Bevölkerung: Dann würde es 2050 in den ostdeutschen Flächenländern zwölf Prozent weniger Privathaushalte geben als 2024.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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