Ein aufmerksamer Nachbar hat einer 84-Jährigen in Swisttal-Odendorf das Leben erheblich erschwert: Er durchschaute die Masche von Betrügern, die sich als Polizisten ausgaben, und hinderte einen Täter daran, in die Wohnung der Seniorin zu gelangen.
Gegen Mitternacht erhielt die Frau an ihrer Wohnanschrift einen Anruf mit unterdrückter Rufnummer. Ein hochdeutsch sprechender Mann meldete sich am Telefon und gab vor, Polizeibeamter zu sein. Er erzählte der Seniorin, dass es in der Flamersheimer Straße einen Großeinsatz der Polizei gäbe, weil bei mehreren Wohnungseinbrüchen diverse Wertgegenstände gestohlen worden seien. Der Mann forderte sie auf, alle Wertgegenstände aus ihrer Wohnung zusammenzusuchen und einem Polizisten an der Haustür zu übergeben.
Ein Täter machte sich daraufhin auf den Weg zur Wohnung der 84-Jährigen und gab sich dort als Kriminalbeamter aus, der die Wertgegenstände abholen müsse. Doch der Nachbar, der in der Wohnung über der Seniorin lebt, hörte zuvor das Klingeln ihres Telefons. Als er gegen 0:30 Uhr dann mitbekam, dass die Hauseingangstür geöffnet wurde, trat er in den Hausflur und erblickte den unbekannten Mann.
Der Nachbar versuchte, den Mann aus dem Hausflur zu drängen. Dieser drohte daraufhin mit dem Einsatz von Pfefferspray. Nachdem der Nachbar die Haustür schließen konnte, entfernte sich der Täter in unbekannte Richtung. Die Übergabe von Wertgegenständen war damit verhindert.
Der Unbekannte wird wie folgt beschrieben: etwa 20 bis 25 Jahre alt, ungefähr 170 bis 175 Zentimeter groß, kurze schwarze gelockte Haare, schwarze Bekleidung.
Ermittlungen laufen – Zeugen gesucht
Das Kriminalkommissariat 24 der Bonner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei sucht Zeugen: Wer hat in der Nacht zu Freitag im Bereich der Flamersheimer Straße in Swisttal-Odendorf verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet? Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0228 15-0 oder per E-Mail an kk24.bonn@polizei.nrw.de entgegen.
Bei der Bonner Polizei gehen täglich Meldungen über betrügerische Anrufe dieser Art ein. In den meisten Fällen beenden die Angerufenen das Telefonat rechtzeitig. Im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei kommt es aber vereinzelt immer wieder zu vollendeten Betrügereien, die oft mit hohen Verlusten einhergehen. Die Polizei rät: Seien Sie aufmerksam, informieren Sie Ihre Familie und Bekannte über solche Maschen. Legen Sie bei verdächtigen Anrufen im Zweifelsfall auf und rufen Sie anschließend den Notruf 110 an. Weitere Informationen zur Prävention finden Sie auf der Homepage der Polizei NRW.
Betrugsfälle im Rhein-Sieg-Kreis: der Vergleich mit Land und Bund
Im Rhein-Sieg-Kreis zählte die Polizei 2025 5.326 Betrugsfälle, das sind 880 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unser Kreis fast genauso wie im Landesschnitt, wo 946 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 770.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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