Bei einer europaweiten Kontrollaktion hat die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis am Mittwoch (6. Mai) einen massiv überladenen Lkw aus dem Verkehr gezogen. Der 7,49-Tonnen-Kipper war mit über 40 Prozent Übergewicht unterwegs – das entspricht mehr als drei Tonnen zu viel geladenem Schüttgut.
Die Lkw-Kontrollgruppe des Verkehrsdienstes hatte eine Kontrollstelle im Bereich der Hauptstraße in Ruppichteroth eingerichtet. Der Fahrer des mit Brecherschutt beladenen Fahrzeugs war den Beamten aufgefallen, weil er keinen Sicherheitsgurt trug. Bei der anschließenden Kontrolle schöpften die speziell geschulten Polizisten Verdacht wegen einer möglichen Überladung.
Um eine gerichtsverwertbare Überladung für ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nachzuweisen, eskortierten die Beamten den Lkw zu einer nahegelegenen geeichten Waage. Dort bestätigte sich der Verdacht: Die Waage zeigte eine Überladung von über 40 Prozent an. Die Polizei verbot dem Fahrer die Weiterfahrt vor Ort.
Nach Angaben der Polizei hätte der Fahrer die Überladung anhand der vorliegenden Lieferscheine leicht selbst erkennen können. Ihn erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit einem Bußgeld von mehreren hundert Euro und einem Punkt in Flensburg. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass er die Überladung vorsätzlich in Kauf genommen hatte, verdoppelt sich die Strafe.
Die Kontrollen fanden im Rahmen einer Aktionswoche von ROADPOL statt, dem europaweiten Polizei-Netzwerk mit Hauptsitz in London. Das „European Roads Policing Network“ ist eine Nicht-Regierungsorganisation, die aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien der EU-Mitgliedsländer hervorgegangen ist. Ihr Hauptziel ist es, die Zahl der auf Europas Straßen Getöteten und Schwerverletzten zu reduzieren. ROADPOL koordiniert europaweit nationale Aktionen zur Durchsetzung der Vorschriften im Verkehrssektor.
Die Lkw-Kontrollgruppe der Polizei Rhein-Sieg-Kreis wird ihre Kontrollen fortsetzen.